Die Beweisführung zur Existenz von in der theoretischen Physik beschriebenen Phänomenen hat einen neuen Anhaltspunkt gefunden. Forscher staunen über das Verhalten eines Schwarzen Lochs. Es verspeist einen Stern, indem es ihn zerreißt und beweist damit seine eigene Existenz.
Für Astronomen ist das Schauspiel nicht nur ein Beweis für die Existenz eines Einzelphänomens, sondern ebenso einer besonderen Klasse unter den Schwarzen Löchern. Denn auch im All (oder wenigstens unter Physikern) gibt es Hierarchien der Bedeutung und diese richten sich nach dem Schwierigkeitsgrad der Entdeckung.
Mittelschwere Entwicklungsstufe eines Schwarzen Lochs erstmals beobachtet
Es geht um sogenannte mittelschwere Schwarze Löcher. Dem Namen entsprechend bezeichnen sie die mittlere Entwicklungsstufe zwischen kleinen Schwarzen Löchern und supermassiven Schwarzen Löchern. Letztere sind am einfachsten zu entdecken, da sie durch die riesige Sonnenmasse leicht erkennbar sind. Ihre mittelschweren Evolutions-Verwandten waren dagegen bisher nur Ursprung wissenschaftstheoretischer Vermutungen.
Dinner for One
Jetzt dürfte es Astronomen jedoch gelungen sein, diese live in Action zu erleben, nämlich beim "Verspeisen" eines Sterns. Damit erweist sich eine ihrer früheren Beobachtungen aus dem Jahr 2006 als richtig. Damals wurde mit der Hilfe von Satelliten und Röntgenstrahlen ein rätselhaftes Leuchten gesichtet. Man vermutete damals schon, dass es sich um diese Klasse handeln könnte. Nun zeigte die Überprüfung mit dem Hubble-Teleskop, dass das Spektakel eine kosmische Mahlzeit war. Ein Stern war unglücklich genug, sich einem Schwarzen Loch zu sehr zu nähern. Die Masse des Schwarzen Lochs wiederum lässt eine erste Einordnung in die Kategorie "mittelschwer" zu. Dem Forschungsbericht zufolge besitzt es etwa die 50.000-fache Masse unserer Sonne.