Sensationsfund muss bald Kuhstall weichen

Tierknochen, Behälter und Hitzesteine aus der Bronzezeit – in einer Schweizer Gemeinde kam eine Sensation ans Tageslicht. Die Ausgrabungsstätte wird schon bald geschlossen.

Die Region rund um die Schweizer Gemeinde Richigen (Kanton Bern), gilt seit Längerem als archäologische Fundgrube. Bereits im 20. Jahrhundert wurden dort über 2.000-jährige keltische Gräber entdeckt.

Was die Archäologen jedoch im November 2019 ausgruben, konnten sie kaum glauben. Ein 3.500 Jahre alte Siedlung, die einen seltenen Einblick in die Bronzezeit ermöglicht (siehe Video oben). Die Fundstücke wurden nun in mühsamer Arbeit freigelegt.

Fenster in die Bronzezeit

"Wir haben nicht mit so etwas gerechnet, als wir hier angefangen haben zu graben", erzählt Yann Mamin, Grabungsleiter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern. Das ganze Team sei überrascht gewesen. "Es sind die ersten Funde aus der mittleren Bronzezeit, die im hinteren Aaretal gemacht wurden", ergänzt Co-Leiterin Laure Prétôt. "Das ist eine Sensation."

Seit die Ausgrabungen begonnen haben, gruben die Archäologen vor allem Keramikgefäße und Hitzesteine aus dem Boden. "Wir haben auch einige Tierknochen gefunden", so Prétôt. Diese könnten Angaben zu den Essgewohnheiten liefern. Die untersuchte Fläche sei ungefähr 2.500 Quadratmeter groß gewesen. "Sehr wahrscheinlich lebten hier früher Bauern", sagt Mamin.

Anschließend folgt der Kuhstall

Am 14. Februar lädt der Archäologische Dienst Bern zum Tag der offenen Grabung ein. Mit Führungen an der Ausgrabungsstätte wird den Besuchern erklärt, wie die Bewohner in der Bronzezeit lebten. Eine letzte Gelegenheit, einen Blick auf die Ruinen zu werfen. Denn: "Die Grabungsarbeiten müssen Ende März fertiggestellt werden, danach kommt hier ein Kuhstall zu stehen", so Prétôt.

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