Senta Berger (85) ist bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden. Für ihre Rolle in der Buchverfilmung "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" erhielt die gebürtige Wienerin Standing Ovations im Saal.
Besonders bewegend: Den Preis überreichte ihr niemand Geringeres als ihr eigener Sohn. Regisseur Simon Verhoeven (53) hatte seine Mutter für den Film besetzt und würdigte sie auf der Bühne mit persönlichen Worten.
"Wenn man mit seiner Mutter einen Film dreht, so führt das natürlich dazu, dass man als Regisseur am Set ständig 'Mama' sagt. Was nicht unbedingt ideal ist oder autoritätsfördernd, aber in diesem Fall war es ganz wunderbar", so der 53-Jährige
Verhoeven erklärte, er habe seine Mutter besetzt, weil sie die beste Schauspielerin für die Rolle gewesen sei und dennoch überraschte sie ihn jeden Tag aufs Neue.
"Ich habe eine andere Frau gesehen, eine Frau, die mir fremd war und die mir trotzdem so nahe kam. Ich habe deine Verletzlichkeit gesehen, deine Empfindsamkeit, deinen Humor, dein Herz, aber in einer neuen Form."
Dann ergänzte er: "Mama, ich gratuliere dir zu deiner allerersten Nominierung für den Deutschen Filmpreis mit 85 Jahren" und gab ihr ein Küsschen.
Berger selbst zeigte sich überwältigt: "Ich bin heute Abend sehr glücklich. Ich bin aber aufgeregt. Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel."
Zu Jahresbeginn hatte Berger nach einem Sturz einen Oberschenkelbruch zugezogen und musste operiert werden. Umso beeindruckender war es, dass die 85-Jährige nun wieder bei einem großen Filmereignis auf dem roten Teppich stand.