Sex trotz gynäkologischer Bestrahlung möglich

Bild: IAKW-AG - Getty Images/iStockphoto

Gynäkologisch indizierter Krebs wie der am Gebärmutterhals zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Nicht selten wurde durch eine Bestrahlung die Sexualität beeinträchtigt - bisher.

Jährlich erhalten alleine im Wiener AKH 150 Patientinnen aufgrund von Gebärmutterhalskrebs oder Vaginal- und Vulvakarzinomen eine Strahlentherapie, durch deren Nebenwirkungen nicht selten Sexualität zu einem Tabuthema wurde. Dank neuer Therapieformen können diese heute aber deutlich reduziert werden.

Durch eine bessere Planung der Bestrahlung soll nun eine hohe Strahlendosis auf den Tumor gerichtet und gleichzeitig das gesunde Gewebe und die umliegenden Organe, insbesondere die Vagina, geschont werden. "Mit dieser modernen Außen- und Innenbestrahlung kann heute hoch präzise und individuell auf die Patientin abgestimmt therapiert werden," so Univ.-Prof. Dr. Heinz Kölbl, Leiter der Abteilung für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie der Medizinischen Universität Wien. Das hebe nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen, sondern ermöglicht weiterhin eine aktive Sexualität.

Krebsrisiko reduzieren

Österreich ist Vorreiter bei der Prävention von gynäkologisch indiziertem Krebs, insbesondere bei durch Humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufenen Krebserkrankungen. "Derzeit erkranken jährlich 400 Österreicherinnen an Gebärmutterhalskrebs und 800 Menschen leiden an Krebserkrankungen, die durch HPV hervorgerufen werden", so Kölbl. HPV infizieren dabei Epithelzellen der Haut und Schleimhäute und können tumorartiges Wachstum verursachen.

Impfung gegen HPV

Humane Papilloma-Viren sind weit verbreitete Viren, mit denen sich sowohl Männer als auch Frauen infizieren können. Mehr als zwei Drittel der Menschen - Männer, Frauen und auch Kinder - infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, ohne dass sie es wissen oder bemerken.
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Als erstes Land bietet Österreich allen Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen, also Mädchen und Buben ab 9 Jahren, die kostenlose Schutzimpfung gegen HPV an. "Wichtig ist, dass sowohl Mädchen als auch Buben vor deren ersten Sexualkontakten geimpft werden, denn auch Männer können selbst durch HPV-Infektionen an Krebs erkranken oder ihre Sexualpartnerinnen anstecken. Mit der HPV-9-fach Impfung, an deren Entwicklung die MedUni Wien maßgeblich beteiligt war, und dem neuen HPV-Abstrich als Sekundärprävention kann das Krebsrisiko bei Frauen um mehr als 90 Prozent reduziert werden," erklärt Kölbl. Vorsorgeuntersuchungen seien daher für jede Frau lebenswichtig.

Ein Thema, um das es auch am Kongress der europäischen Gesellschaft für gynäkologische Onkologie (ESGO) vom 4. bis 7. November im Austria Center Vienna gehen wird. Der ESGO-Kongress ist mit 3.300 Teilnehmern der größte Kongress seiner Art in Europa.

(kiky)

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