Sexismus: Frauen-Organisationen watschen Rapid ab

Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek und das sexistische Transparent
Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek und das sexistische Transparentgepa
Ein sexistisches Fan-Transparent bringt Rapid viel Kritik ein. Besonders die Frauen-Organisationen sind empört und wählen klare Worte.

Trotz Geisterspiel-Kulisse sorgte der grün-weiße Anhang einmal mehr für Aufsehen. Im verwaisten "Block West" hing vor dem Anpfiff gegen Hartberg am Sonntag rund drei Stunden lang ein riesiges Spruchband, das einen frauenfeindlichen Reim zum Inhalt hatte ("A Stadion mit leeren Plätzen is wie a schiache Oide wetzen"). Erst als "Sky"-Moderatorin Constanze Weiss Rapid-Geschäftsführer Zoran Barisic damit konfrontierte, wurde es abmontiert.

Österreichs Frauen-Organisationen zeigen sich über den Vorfall empört, auch in der Politik schlägt das Transparent Wellen. "Schon alleine die Anbringung hätte vom Verein unterbunden werden müssen", meint Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings. "Das zeigt das Sinnbild von Frauenverachtung, das bei den Fans offensichtlich sehr tief verwurzelt ist." Weiters meint sie: "Das geht nicht und ist inakzeptabel. Wir fordern eine öffentliche Distanzierung des Vereins und der Bundesliga von diesem Vorfall." Es sei "beschämend, wie Frauen in den letzten Tagen im öffentlichen Raum verachtet werden."

Kritik aus der Politik

Auch SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner nimmt in einer Aussendung Stellung: "Verharmlosen ist inakzeptabel", erklärt sie. Sie sieht Frauenministerin Susanne Raab von der ÖVP gefordert: "Lippenbekenntnisse sind zu wenig." FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker übt ebenfalls Kritik: "Wo waren die Verantwortlichen des Vereins?" Der Verein solle mögliche Strafzahlungen an Einrichtungen spenden, die sich gegen Gewalt an Frauen einsetzen. Die grüne Frauensprecherin Meri Disoski zeigt sich "entsetzt darüber, dass das Transparent mit dem frauenverachtenden Spruch von Rapid nicht unverzüglich entfernt wurde." Außerdem kritisiert sie Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek: "Diese Frauenverachtung auch noch mit Meinungsfreiheit zu rechtfertigen versucht, ist skandalös."

Peschek meinte unmittelbar nach dem Spiel zu dem Vorfall: "Demokratie und Meinungsfreiheit enden nicht an den Stadiontoren, daher ist es grundsätzlich so, dass Transparente zugelassen werden, so sie nicht strafrechtlich relevant sind. Ich sehe keinen Skandal. Das Thema wurde noch vor Spielbeginn gelöst."

Späte Entschuldigung

Am Tag danach ruderte er zurück. Wie er "Heute" erklärte, kam er aus familiären Gründen erst sehr spät ins Stadion, erfuhr mit Verzögerung von der Plakat-Problematik. Er habe "versucht, in vielen Gesprächen einen noch größeren Skandal zu verhindern. Das Transparent ist mit unserem Leitbild nicht zu vereinbaren. Offensichtlich ist es mir am Sonntag nicht gelungen, das im Interview zu vermitteln. Ich möchte heute klar festhalten, dass die Wortwahl abzulehnen ist", gab er sich selbstkritisch.

Die Hütteldorfer jagten eine Klub-Aussendung hinterher. Darin wurde das "geschmacklose Transparent" im Namen aller Mitarbeiter verurteilt. "Wir bedauern, dass dieser sexistische Spruch den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat. Der SK Rapid möchte sich auf diesem Wege bei allen Frauen aufrichtig entschuldigen und abschließend betonen, dass Sexismus, Diskriminierung und Rassismus von unserem Verein absolut abgelehnt werden."

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