Sexsucht ist nun eine offizielle Krankheit

Zwanghaftes Sexualverhalten und Videospielsucht wurden neu in den neu aufgelegten WHO-Katalog aufgenommen. Die Einteilung ist umstritten.
Der weltweit gültige Katalog der Gesundheitsstörungen bekommt zwei charismatische Neuzugänge.



Erste Neuauflage nach 30 Jahren


Der Katalog wurde nach 30 Jahren erstmals neu erfasst. Ärzte registrieren dort ihre Diagnosen ab jetzt mit neuen Codes. 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen werden dort geführt. Unter "6C51" findet man nun Video- und Online-Spiele und unter "6C72" zwanghaftes Sexualverhalten. Daneben werden auch Antibiotika-Resistenzen und Überdosierungen angeführt.

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Diagnose neuer Krankheiten problematisch


Bei neuen Krankheitsbildern wie der Sex- und Online-Spielsucht ist die Erstellung einer Diagnose schwierig. Das Zusatzhandbuch versucht sich an einer Erläuterung für Anzeichen von Sexsucht: Ein zwanghaftes Sexualverhalten zeichnet sich demnach durch übermäßigen Pornokonsum und Telefonsex aus. Eine Diagnose macht dann Sinn, wenn das Verhalten über einen andauernden Zeitraum impulsiv und unkontrolliert auftritt und die soziale Interaktion beeinträchtigt.

Proteste der Gaming-Industrie

Wenig Begeisterungsstürme kommen von Seiten der Spieleindustrie. Diese fürchtet, dass Menschen, die viel spielen nun als therapiebedürftig eingestuft werden. Problematisch wird laut WHO das Verhalten jedoch erst, wenn über einen Zeitraum von 12 Monaten das Spielen über alle anderen Lebensbereiche gestellt wird, der/die Betroffene vereinsamt und seine/ihre Hygiene vernachlässigt. (GA)

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