"Shadow Tactics"-Hit "Aiko's Choice" im Test: Knackig

Das Stealth-Taktikgame "Shadow Tactics: Blades of the Shogun" hat mit "Aiko's Choice" eine unabhängige Erweiterung bekommen. Ein hervorragender Bonus.

Die neue Standalone-Erweiterung für Shadow Tactics" namens "Aiko's Choice" für PC nimmt sich eine der Protagonistinnen des Hauptspiels, die Kunoichi-Adeptin Aiko, genauer vor und erzählt eine spannende Geschichte. Im Hauptspiel des Stealth-Taktik-Hits lernte man sie bereits als Meisterin der Tarnung kennen, nun muss sie sich gegen ihre alte Lehrmeisterin Lady Chiyo behaupten. Für die Spieler bedeutet das beinharte, aber lohnenswerte neue strategische Herausforderungen.

Die neue Erweiterung lässt sich zocken, ohne dass man das Hauptspiel besitzen oder gespielt haben muss. Kenner des Hauptspiels werden sich aber sofort heimisch fühlen, denn wieder gibt es einige Haupt- und Nebenmissionen und der Spieler übernimmt wieder die Kontrolle über ein Team von Spezialisten, die Dörfer, Basen und Städte in der Edo-Periode Japans infiltrieren soll. Jede Entdeckung durch Feinde kann dabei den Tod bedeuten, das Fortkommen zeigt sich knifflig.

Schicksalsschläge, die man nicht erwartet

Doch auch wenn die grundlegenden Mechaniken aus dem Hauptspiel bekannt sind, macht die Standalone-Erweiterung "Aiko's Choice" auch vieles neu und anders. Einerseits fokussiert die Handlung nun mehr auf den einzelnen, involvierten Personen statt auf den großen, das Spiel übergreifenden Geschehnissen, andererseits steigt die Herausforderung bei eigentlich einfachen Aufgaben immens an. Der Grund: Eigentlich gut gerüstete Charaktere erleiden Schicksalsschläge, die man nicht erwartet.

Beispiel aus einer Mission: Takuma, eigentlich ein starker Sniper mit Bomben-Arsenal, wurde von den lauernden Feinden gefangengenommen, seines Arsenals beraubt und kann nur noch auf seinen treuen Begleiter, Marderhund Tanuki, zugreifen. Ohne Waffen gilt es dabei etwa, gefährliche Waffenlieferungen auszukundschaften, um die Infos an die Teamkollegen nach der Rettung weiterzugeben. Die Aufgabe: Schleichen, die richtigen Pfade suchen, scheitern und daraus lernen.

Herausforderung, die auch belohnt wird

Erfolg hat nur, wer Verschiedenes ausprobiert und auch die Speicher-Funktion schön regelmäßig nutzt. "Aiko's Choice" stellt das strategische Können von Spielern noch mehr auf die Probe als das Hauptspiel und kann sich gleichzeitig eingehender den einzelnen Charakteren widmen, die bisher vielleicht zu kurz kamen. Timing wird ebenfalls wichtiger, manches Mal steht man aber auch vor Szenarien, in denen einfach nur Trial & Error helfen. Das kommt selten vor, wenn, ist es jedoch auffällig.

Das Spielen lohnt sich aber auch deshalb, weil die enthaltenen neuen Level einfach fantastisch aussehen, geboten wird etwa eine Erkundungstour auf einem Gefangenen-Schiff. Eine Überarbeitung hat auch das User-Interface bekommen, das sich noch eine Spur aufgeräumter zeigt, aber Kenner nicht vor grundlegende Änderungen stellt. Gut gefällt die Balance der Charaktere. Unumstritten ist dabei aber Aiko die interessanteste Figur: Sie ist flink und hat Täuschungs-Tricks auf Lager, setzt Haarnadeln als tödliche Waffe ein und kann mit Niespulver die Feinde verwirren.

Gute Balance bei der Herausforderung

Mugen wiederum ist ein Berg von einem Mann und geht auch aus Konfrontationen gegen eine Überzahl erfolgreich hervor und ist das letzte Mittel zum Sieg, wenn eine Mission mal komplett aus dem Ruder läuft. Hayato wiederum killt Feinde leise per Schwert oder Shuriken und kann sie auch von ihren Kontrollpfaden ablenken. Takuma bekommt meistens wieder seine Bomben- und Scharfschützenwerkzeuge für Fern-Attentate bereit gestellt, Diebin Yuki letztlich ist eine Meisterin des Fallenstellens und eine echte Freude für Taktikfüchse, die Feinde auf ganz unvorhergesehene Weise ausschaltet.

Die gute Balance setzt sich auch bei den drei Schwierigkeitsgraden fort. Der niedrigste ist trotzdem eine Herausforderung, der höchste mit gutem Timing und viel Taktik-Gespür durchaus schaffbar. Das neue Game ist eindeutig nichts für spontane Spieler, die sich mit Beobachten und Abwarten schwer tun, denn für sie kommt der Bildschirmtod im Minutentakt. Wer aber Taktik-Größen wie "Commandos" schätzen und lieben gelernt hat, der wird bei "Shadow Tactics: Blades of the Shogun - Aiko's Choice" jubeln. Hier kommt der Tod auf leisen Sohlen und in mehr Varianten, als man es bisher kannte. 

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