Shitstorm gegen Siemens-Chef nach Lübcke-Mord

Der rechtsextreme Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke schockt Deutschland. Siemens-Vorstandschef Kaeser nutzte die Gelegenheit, um auf linksextreme Gewalt aufmerksam zu machen.

Der CDU-Politiker Walter Lübcke wurde am 2. Juni vor seinem Haus in Kassel mit einem Kopfschuss ermordet. Der Hauptverdächtige ist ein bekannter Neonazi, der bereits durch Gewaltdelikte auffiel. Seitdem diskutiert man in Deutschland wieder über rechtsextremen Terror.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser twitterte anlässlich des Mordes, "das letzte Mal, dass politisch (motivierte) Morde in Deutschland in großen Stil passierten, kamen sie von scharf links mit der RAF". Er erinnerte an den Siemens-Forschungsleiter Karl Heinz Beckurts, der 1986 von der RAF ermordert worden war.

Der Tweet brachte Kaeser einen Shitstorm ein. Denn er klammerte damit zahlreiche rechtsextreme Morde in den 1990er und 2000er Jahren sowie zuletzt den Neonazi-Terror durch den NSU ("Nationalsozialistischer Untergrund"), dem zehn Menschen zum Opfer fielen, komplett aus.

"Missverständnis"

Aufgrund der heftigen Reaktionen auf diese Ausklammerung rechtsextremer Morde sah sich Kaeser später genötigt, einen Entschuldigungstweet zu posten. Der Eindruck, er sei auf dem rechten Auge blind, sei ein "Missverständnis", betont der Siemens-Chef. "Ich verachte jede Form von Extremismus & (politisch motivierter) Gewalt", schrieb er.

(hos)

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