Sidlo zu Casinos-Job: "Habe mir nichts vorzuwerfen"

Der ehemalige Casinos-Finanzvorstand Peter Sidlo
Der ehemalige Casinos-Finanzvorstand Peter SidloFlorian Schroetter / EXPA / picturedesk.com
Eher zurückhaltend gab sich heute im "Ibiza-U-Ausschuss" Peter Sidlo, Hauptakteur in der sogenannten "Casinos Affäre". Postenschacher gab es keinen. 

Zu Beginn der Befragung stand die Qualifikation des blauen Ex-Bezirksrats aus Wien-Alsergrund im Mittelpunkt. Er war im März 2019 zum Finanzvorstand der Casinos Austria ernannt worden. Sein politisches Engagement bei der FPÖ habe damit nichts zu tun gehabt.

Nur kleiner Netzwerker

"Ja, es stimmt, ich war für eine österreichische Partei in der Vergangenheit ehrenamtlich tätig", erklärte Sidlo und fügte hinzu: "Ich war aber nie Berufspolitiker, sondern habe mein ganzes Berufsleben in der Finanzwelt verbracht." Er habe den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Ende August 2018 von seiner Absicht informiert, sich für den Casinos-Job zu bewerben.

Seine Qualifikation sei vorhanden, das hätte etwa das interne Gutachten der Anwaltskanzlei Schima belegt. Er sei zwischen alle Fronten geraten: Streitende Aktionäre, Ibiza-Folgen und Medien, die teilweise reißerisch berichteten. Sidlo entschlug sich mehrfach der Aussage, da ein Verfahren gegen ihn anhängig sei. Dennoch:

"Ich habe mir weder moralisch noch strafrechtlich etwas vorzuwerfen"

,erklärte Sidlo in Bezug auf das Verfahren der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der "Casinos Affäre" gegen ihn. Er habe ein "kleines Netzwerk in der Glücksspielbranche" gehabt, allerdings habe es Kontakt zum damaligen Novomatic-Chef Harald Neumann gegeben. Den habe er "auf Veranstaltungen" und über "einen gemeinsamen Bekannten" kennengelernt. Wer die genau sind, wollte Sidlo allerdings nicht sagen.

Keine Gespräche mit Kurz und Blümel

Dass er auf einem "Novomatic-Ticket" in den Casinos-Vorstand gekommen sei, sei ihm erst im Nachhinein bekannt geworden. Warum ihn der niederösterreichische Glücksspielkonzern bestellt habe, die doch 30.000 Mitarbeiter habe, müsse man die Novomatic fragen. Sidlo meint, dass seine Inputs und Expertise dort geschätzt waren. 

"Haben Ihnen (Bundeskanzler Sebastian) Kurz und (der damalige türkis-blaue Regierungskoordinator Gernot) Blümel damals geholfen?", will SPÖ-Mandatar Christoph Matznetter in der Befragung am Mittwoch wissen.  Das hält Sidlo für eine schwammige Frage, antwortet aber trotzdem: "Ich habe keine Wahrnehmung dazu und ich habe keine Gespräche mit diesen beiden Personen geführt."

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