Vorläufiges Ende einer aufsehenerregenden Raubserie: Ein Trio, das betagte Opfer betäubt hatte, landet nun im Häf’n. Wegen der besonders "heimtückischen" Vorgehensweise und dem fortgeschrittenen Alter der Opfer (56 bis 85 Jahre) setzte es am Montag für das vorbestrafte Trio aus Ungarn vergleichsweise hohe Haftstrafen.
Die 43-jährige Frau fasste acht Jahre Haft aus, ihre 28-jährige Komplizin neun Jahre. Der 53-jährige Boss der Bande bekam 13 Jahre Haft – rechtskräftig. Das Gericht hatte keine Zweifel, dass sich die vorgeworfenen Taten – wir berichteten – genauso zugetragen haben, wie es in der Anklage festgehalten wurde. "Das war alles von langer Hand geplant", so der Richter.
Die durchaus korpulenten Freudendamen waren mit Bildern gutausehender Damen auf einschlägigen Online-Dating-Seiten auf Beutefang gegangen. Sie hatten es auf ältere und einsame Männer abgesehen, ließen als "Miranda" oder "Juliana" zu schnellen Sex-Dates in ganz Österreich einladen.
Da die Kunden das stark abweichende Aussehen der Prostituierten vor Ort oft nicht beanstandeten, war es ein Leichtes in die Wohnungen der Opfer eingelassen zu werden. Dort schütteten sie den Männern K.-o.-Tropfen ins Getränk, bevor es zur Sache gehen sollte. Nachdem die Opfer – darunter auch Einbrecherkönig Ernst Walter Stummer (85) – das Bewusstsein verloren, nahm der Zuhälter (53) dann alles mit, was nicht niet- und nagelfest war.
"Bei mir haben’s nur 50 Euro im Brieftascherl g‘fund‘n und a Uhr", kam der einstige Einbrecherkönig vergleichsweise glimpflich davon. Andere Opfer bemerkten nach teilweise zweitägiger (!) Bewusstlosigkeit, dass sogar Tresore fehlten mit einmal 33.500 bzw. 23.200 Euro. Insgesamt erbeuteten die Ungarn von zehn Opfern 73.000 Euro. Vom ganzen Geld fehlt offenbar jede Spur.