In Erlangen (Bayern) entsteht gerade die Fabrik der Zukunft.
Der deutsche Industrieriese Siemens und der amerikanische Chiphersteller Nvidia zeigen dort, wie Künstliche Intelligenz die Produktion revolutionieren könnte.
Das Elektronikwerk soll als Blaupause für weitere Fabriken dienen – sowohl innerhalb des Siemens-Konzerns als auch für Kunden.
Siemens-Vorstand Cedrik Neike sieht darin eine "historische Chance für Deutschland und Europa".
Wie n-tv unter Berufung auf die dpa berichtet, könne man Fabriken bisher zu 30 oder 40 Prozent automatisieren.
Mit KI seien hingegen 70 oder 80 Prozent möglich. Nur so könne man die Produktivität weiter steigern und die Produktion auch in Hochlohnländern sichern.
Ein entscheidender Faktor ist der sogenannte digitale Zwilling. Dabei werden Produkte und Produktionsprozesse virtuell abgebildet und simuliert.
"Fabriken müssen mit Veränderungen ebenso gut umgehen können wie mit Wiederholungen", erklärt Rev Lebaredian von Nvidia.
Ein konkretes Beispiel ist die automatische Kontrolle von Leiterplatten. Früher musste man dem System von Hand beibringen, wie eine gute Platte auszusehen hat – das dauerte mehrere Stunden.
Jetzt kann man aus den digitalen Daten fotorealistische Bilder erzeugen, bevor die Produktion überhaupt startet.
Lebaredian beschreibt den digitalen Zwilling als "Zeitmaschine", weil er verschiedene Zukunftsszenarien simulieren könne. "Und wer könnte nicht eine Zeitmaschine brauchen", so der Nvidia-Manager.