Silberstein-Mitarbeiter: ÖVP bot mir Geld für Infos

Ex-ÖVPler und Silberstein-Mitarbeiter Peter Puller befüllte die Schmutzseiten gegen Sebastian Kurz. Nun sagte er, die ÖVP habe ihm Geld für Insider-Infos aus der SPÖ geboten.

Der Wahlkampf-Skandal rund um die gegen ÖVP-Chef Sebastian Kruz gerichteten, gefakten Facebook-Seiten ist um eine Wende reicher. Im Interview mit der Wochenzeitung "Falter" sagte Silberstein-Mitarbeiter Peter Puller, ein Sprecher von ÖVP-Chef Kurz habe ihm 100.000 Euro für Insider-Infos aus dem SPÖ-Wahlkampfteam geboten. Die ÖVP dementiert das Angebot.

"Falter"-Chefredakteur Florian Klenk veröffentlichte die Aussage Pullers vorab auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Ein Sprecher von Sebastian Kurz betätigte gegenüber dem "Falter" zwar das Treffen mit Puller, dementierte aber das Geld-Angebot.

Die ÖVP habe ihn dazu überreden wollen, die Seiten zu wechseln, so Puller. Es sei dann auch noch zu einem zweiten Treffen gekommen, bei dem er, Puller, das Angebot erhalten habe, als "Spitzel" im SPÖ-Kampagnenteam zu arbeiten. Puller sagt, er habe beide Angebote abgelehnt.

ÖVP dementiert Angebot

Der Kurz-Pressesprecher bestätigt das Treffen, aber stellt die Dinge anders dar: "Es gab und gibt im Zusammenhang mit den Dirty Campaigning Aktivitäten der SPÖ seitens der Volkspartei weder ein Angebot, noch eine Zahlung an Silbersteins Geschäftspartner Puller oder irgendwen anderen aus Silbersteins Umfeld. Tatsache ist, das Dirty Campaigning wurde von der SPÖ beauftragt, gesteuert und bezahlt."

Facebook-Seiten nur um "Reaktionen abzutesten"

Puller stellt das anders dar: Das Facebook-Projekt gegen Kurz sei parallel zu einer Positivkampagne gelaufen. "Wir wollten gewisse Gruppen und deren Reaktionen abtesten und für Marktforschungszwecke verwenden", sagte Puller auch der "Presse". Silberstein habe so auch Erfahrungen für spätere Wahlkämpfe sammeln wollen. Dementsprechend habe er, Puller, sein Honorar von Silbersteins Firma ausbezahlt bekommen, auch nach dessen Entlassung im August.

Skandal um Schmutzkampagne

Am Wochenende hatten "Presse" und "Profil" enthüllt, dass die beiden Facebook-Seiten "Wir für Sebastian Kurz" und "Die Wahrheit über Sebastian Kurz" von einem Team rund um den inzwischen entlassenen SPÖ-Berater Tal Silberstein erstellt und betreut wurden.

Für den zum Teil rassistischen und antisemitischen Inhalt war Peter Puller verantwortlich. Puller war früher Pressesprecher der steirischen ÖVP gewesen. Im vergangenen Wien-Wahlkampf war er auch für die Neos tätig gewesen.

(red)

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Maria Theresia von ÖsterreichPolitik

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