Jannik Sinner konnte nicht mehr. Der große Turnierfavorit der French Open wankte bedenklich auf dem Court Philippe-Chatrier, geschüttelt von schweren körperlichen Problemen in der gnadenlosen Hitze.
"Mir ist sehr schwindelig", sagte der Weltranglistenerste aus Südtirol, der wenig später seinen großen Traum vom ersten Titelgewinn in Paris schon in der zweiten Runde aufgeben musste.
"Niemand ist ein Roboter", sagte Sinner, der sich lange nur noch über den Platz geschleppt hatte und sein Duell gegen den Argentinier Juan Manuel Cerúndolo schließlich mit 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6 verlor. Damit endete seine Serie von 30 Siegen in Folge so unerwartet wie krachend.
"Ich habe mich schon nicht wohlgefühlt, als ich heute aufgewacht bin. Ich habe versucht, die Punkte kurzzuhalten und habe die Bälle gut getroffen. Aber dann bin ich gegen eine Wand gelaufen", sagte Sinner eine Stunde nach seinem Schock-Aus: "Ich hatte keine Energie mehr. Es war ein schwerer Moment, aber das ist Sport." Natürlich sei das K.o. für ihn schwer zu akzeptieren, "vor allem in der Position, in der ich war."
In Sinners Box herrschte Ratlosigkeit, im vierten Satz musste sich der Italiener beinahe auf dem Court übergeben. Immer wieder stützte er sich auf seinem Schläger ab und versuchte, Rat bei seiner Crew einzuholen. "Jetzt muss ich mich vollständig erholen, auch mental. Ich brauche eine Auszeit."