Der größte Gegner von Jannik Sinner ist und bleibt die Hitze. Das zeigte sich am Donnerstag in der zweiten Runde der French Open in Paris. Für den Weltranglisten-Ersten kam nach gesundheitlichen Problemen das überraschende Aus gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo – 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6.
Die heißen Temperaturen von bis zu 36 Grad Celsius auf dem Court Philippe Chatrier setzten dem Südtiroler so richtig zu. Das zeigte sich nach zwei Stunden gegen den Argentinier – als Sinner eigentlich mit 6:3, 6:2 und 5:4 führte, bereits einen 5:1-Vorsprung im dritten Satz vergeben hatte.
Plötzlich stand es 0:40 aus Sicht des Tennis-Giganten. Sinner schleppte sich nur noch über den Court, lehnte sich gegen eine Werbebande. So startete auch die Schiedsrichterin die Shot Clock nicht. Sie ging derweil zum Südtiroler, erklärte ihm, dass ein Krampf – Sinner machte Dehnübungen auf dem Platz – kein Grund für eine Behandlungspause sei.
"Wenn ich die Zeit aufgehe, was passiert dann?" fragte Sinner, die Schiedsrichterin erklärte, dass dann eine "Time Violation" folgen würde – erst eine Verwarnung, dann ein Aufschlagverlust, ein Punktverlust und schließlich der Abzug eines Games. "Oder wir holen den Physio und schauen, was es ist", sagte die Schiedsrichterin. Der kam dann tatsächlich auf den Court, verschwand mit dem Südtiroler kurzzeitig in den Katakomben. Der 24-Jährige hatte von Dehydration, von Übelkeit gesprochen. Eigentlich hätte die Shot Clock laufen sollen, denn Krämpfe und Unwohlsein sind kein Grund für eine Behandlungspause.
Es half nichts, der Südtiroler verlor den dritten Satz mit 5:7, schleppte sich auch danach sichtlich angeschlagen über den Platz, schenkte den Durchgang mit 1:6 her. Der Weltranglisten-Erste versuchte dann, für den finalen fünften Satz seine Kräfte zu sammeln. Aber das half nichts. Völlig entkräftet ging auch der entscheidende fünfte Durchgang mit 1:6 verloren.
Nun geht es für den 24-Jährigen gegen den Sieger des Duells Vit Kopriva (Tschechien) gegen Martin Landaluce (Spanien).