Es war der erste Weltcupsieg für den 24-jährigen Franzoni, und trotzdem kam der nicht unerwartet. Denn in beiden Abfahrtstrainings auf dem Lauberhorn war der Italiener bereits der Schnellste gewesen, konnte dies auch in den Super-G am Freitag umlegen. Er nützte die Startnummer eins ideal aus, legte eine Bestzeit ins Ziel, an der sich die Konkurrenten die Zähne ausbissen. Österreichs Stefan Babinsky kam als Zweiter noch bis auf 35 Hundertstelsekunden heran.
"Es fühlt sich unglaublich an", strahlte Franzoni dann im Ziel bei "Eurosport", nachdem er alle 54 nach ihm gestarteten Läufer abgewartet hatte, ehe er seinen ersten Weltcupsieg bejubeln konnte. Und das an einem ganz besonderen Ort. "Ich bin hier vor drei Jahren schwer gestürzt und habe mich verletzt. Danach habe ich ein Jahr gebraucht, um mich davon zu erholen", erzählte Franzoni über die Lauberhorn-Strecke, auf der er auch seine ersten Punkte im Super-G geholt hatte. "Es ist eine besondere Piste für mich", sagte er.
Der Italiener ist jedenfalls in der Weltspitze angekommen. Schon in Gröden war er als Dritter aufs Stockerl gefahren, dies toppte der 24-Jährige nun mit seinem ersten Weltcupsieg. Der vor allem auch deshalb so besonders ist, weil Franzoni im September eine Tragödie wegstecken musste. Sein guter Freund und Teamkollege Matteo Franzoso ist beim Training in Chile verunglückt, er wurde nur 25 Jahre alt.
Bereits sein Gröden-Podium hatte Franzoni dem verunglückten Franzoso gewidmet, ihn als "großen Bruder" bezeichnet. "Ich denke jeden Tag an Matteo. Diese Tragödie gibt mir auch die nötige Kraft in dieser Saison", erzählte der Sieger, und betonte "für den Rest meines Lebens" für Kumpel Franzoso fahren zu wollen.