Den Saisonauftakt-Riesentorlauf in Sölden hat Deutschlands Slalom-Ass Linus Straßer noch ausgelassen, stattdessen am vergangenen Wochenende bei einem FIS-Slalom im schwedischen Storklinten als Dritter seine Form unter Beweis gestellt, bevor am Samstag in Gurgl der erste Saisonslalom auf dem Programm steht.
Auch im Vorfeld des Slalom-Saisonauftakts bleibt das Thema Fluorwachs das brisanteste Gesprächsthema im Weltcup. Nicht zuletzt deshalb, weil in Sölden die Norwegerin Ragnhild Mowinckel disqualifiziert wurde. Ihr Ski wies bei offiziellen Messungen der FIS einen Fluor-Wert von über zehn auf, während der Grenzwert noch bis Jahresende bei 1,8 liegt. Verantwortlich dafür war laut Mowinckels Skifirma Head ein verunreinigtes Werkzeug. Allerdings ist die Verunsicherung im Ski-Weltcup weiterhin groß. Die Angst vor Sabotageaktionen geht um.
"Da ist dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Wenn der Ski nur gering verunreinigt ist, schlägt das Gerät schon positiv aus", erklärte Straßer bei "Sport1". Im Zuge der Materialkontrolle im Ziel wird nun auch die Wachs-Zusammensetzung überprüft. Es wurde bereits befürchtet, dass Ski quasi im Vorbeigehen kontaminiert werden könnten. Mowinckels Servicemann hatte etwa die Bretter zwei Tage vor dem Rennen in Sölden getestet und in der Nacht vor dem Rennen in seinem Auto eingesperrt, um Sabotageakte zu verhindern. "Das Hauptproblem ist aber, dass das Messverfahren Schwächen aufweist", so der 30-jährige Deutsche weiter. Nicht zuletzt deshalb wurde der anfänglich auf 1,0 festgelegte Grenzwert vorübergehend auf 1,8 erhöht.
Allerdings betonte Straßer auch, dass Fluor, das verboten wurde, weil es nicht abbaubar ist, "bei uns im Slalom grundsätzlich nicht ganz so viel ausmacht. Natürlich müssen unsere Ski laufen, aber nicht so wie im Speed-Bereich oder im Riesenslalom."
Während sich der Sieger des Nachtslaloms von Schladming 2022 in den letzten Wochen auf den Saisonstart vorbereitete, ersparte sich Straßer auch die Diskussionen rund um den Saisonauftakt-Riesentorlauf in Sölden. Bilder des dünnen Schneebands auf dem Rettenbachferner machten die Runde, der Riesentorlauf wurde letztendlich wegen Starkwinds abgesagt. "Eine Verlegung um zwei, drei Wochen nach hinten könnte man sich durchaus überlegen. Einfach, weil es auch unsere Vorbereitung etwas entzerren und damit stressfreier machen würde", meinte der 30-Jährige.
Straßer will vor allem auch in Österreich gewinnen, wenn es für die Slalomläufer im Jänner von Klassiker zu Klassiker geht. "Von wem ist es nicht das Ziel, in Kitzbühel ganz oben zu stehen? Ich glaube, da geht es jedem so. Aber wenn es nicht in Kitzbühel klappt, sondern in Madonna oder sonst wo, bin ich sehr zufrieden", so der Slalom-Spezialist.