Ski-Superstar Federica Brignone hat nach ihrer schweren Verletzung eindrucksvoll bewiesen, was in ihr steckt. Trotz anhaltender Schmerzen holte die Italienerin bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo Gold im Riesentorlauf und im Super-G. Wenige Wochen später musste sie ihre Saison aber vorzeitig beenden.
Seit Mitte Mai arbeitet die Doppel-Olympiasiegerin an ihrem Comeback. Voll trainieren kann sie allerdings noch lange nicht. "Ich kann Rad fahren, schwimmen und ins Fitnessstudio gehen, aber ich kann nicht laufen und mich kaum belasten. Meine Muskeln haben sich wieder aufgebaut, es wird immer besser, aber ich bin noch lange nicht wieder so fit wie vorher. Ich habe ständig Schmerzen", schilderte Brignone ihre Lage.
Trotzdem will sie bereits im August wieder auf Skiern stehen. Ob das gelingt, ist offen. "Ich werde es versuchen. Ich weiß noch nicht, ob ich die kommende Saison machen kann", sagte die 36-Jährige. Ihr Ziel ist es zumindest, beim Trainingslager der italienischen Mannschaft dabei zu sein.
Besonders nachdenklich stimmt ihre Einschätzung über die langfristigen Folgen der Verletzung. "Wenn ich so leide wie in der vergangenen Saison, wird das nicht auszuhalten sein", sagte Brignone. Dann fügte sie ernüchternd hinzu: "Mein Körper wird sich nie komplett davon erholen."
Dass sie unter diesen Voraussetzungen gleich zwei Olympia-Goldmedaillen gewinnen konnte, bezeichnet sie selbst als Ausnahme. "Es war komplett verrückt, überhaupt am Start zu sein – nach nur ein paar Rennen im Weltcup und ein paar Tagen Training, weil ich zu große Schmerzen hatte, um mehr zu machen."
Auch an ihre Zukunft denkt Brignone bereits. Die Olympischen Winterspiele 2030 kommen für sie nicht mehr infrage. "Ich bin sicher, dass ich nicht dort sein werde, zumindest nicht als Sportlerin. Das ist zu weit weg. Ich will etwas anderes machen, reisen - und Sport treiben, aber ohne Zwänge."