Ski-Zukunft: Ex-ÖSV-Boss Schröcksnadel spricht Klartext

Peter Schröcksnadel
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Der ehemalige ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel macht sich Gedanken über die Zukunft des Ski-Weltcups.

Der 80-Jährige wird sich im Sommer als Vize-Präsident der FIS zurückziehen, der Ski-Verband steuert auf einen großen Umbruch hin. FIS-Boss Johan Eliasch will den Weltcup zentraler vermarkten, ähnlich denkt auch Schröcksnadel. Allerdings fordert der Tiroler auch Kompromisse mit den nationalen Verbänden.

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"Die zentrale Vermarktung würde jedem sehr viel bringen. Das wäre ein nächster Schritt. Aber es geht nicht, wenn man bei diesem Prozess die nationalen Verbände quasi enteignet. Das kann und darf man nicht machen. Ich kann Ihnen aber versichern: Genau das habe ich so auch beim FIS-Präsidenten deponiert. Und zwar nicht nur einmal", sagt der 80-Jährige beim Kurier.

"Ich bin sehr für die zentrale Vermarktung. Wenn man sich zurückerinnert, habe ich in Österreich ja nichts anderes vorangetrieben. Der ÖSV hat unter meiner Führung genau das Gleiche gemacht, was jetzt die FIS vorhat. Da sehe ich grundsätzlich keinen Unterschied, die Frage ist nur: Wie gehe ich vor, wie hole ich alle ins Boot?", sieht Schröcksnadel die Schwierigkeit in der Umsetzbarkeit.

Schröcksnadel: "Sonst ist kein Rennen ausverkauft"

FIS-Präsident Eliasch tendiert dazu, die Nationalverbände komplett heraus zu drängen. Dagegen stellt sich Schröcksnadel vehement: "Der nationale Verband muss bis zu einem gewissen Punkt selbst die Möglichkeit haben, seine Wettkämpfe zu vermarkten und seinen Sponsoren eine Bühne zu geben. Umgekehrt müssen auch die FIS-Sponsoren dabei sein können. Davon würden alle profitieren, denn schon jetzt ist kein einziges Rennen total ausverkauft."

"Man wird nicht einfach über die nationalen Verbände drüberfahren können, nach dem Motto: Ihr nehmt jetzt da drei oder fünf Sponsoren und dafür bekommt ihr Geld. Nationalverbände müssen eine gewisse Selbstständigkeit haben und dürfen nicht entmündigt oder enteignet werden", so der ehemalige ÖSV-Boss.

Sorgenkind Nordamerika

Ein Sorgenkind sind die Übersee-Rennen, vor allem dort stockt die Vermarktung: "Die Nordamerika-Rennen leben praktisch nur von Österreich und der Schweiz, in anderen Ländern werden die Rennen gar nicht mehr übertragen. Da besteht Handlungsbedarf. Wenn man die Chance hat, einen großen US-Sender an Bord zu holen, der diese Rennen überträgt, dann muss man das machen. Der US-Markt ist wichtig."

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Schröcksnadel wehrt sich allerdings gegen Pay-TV-Sender: "Die Übertragungen der Rennen sind ein wesentlicher Faktor für den Tourismus. Wenn das im Bezahlfernsehen verschwindet, wenn diese Bilder viel weniger Leute sehen würden, dann würde es einige Rennen nicht mehr geben."

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