Welt

Sklaverei-Rätsel: Opfer schrieb 500 Liebesbriefe

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:35

Der Fall der drei in London eingesperrten Frauen wird immer mysteriöser. Die jüngste Sklavin schrieb Liebesbriefe an den Nachbarn. Nach einem Bericht der Sonntagszeitung "The Observer" wussten die Behörden über den Fall schon länger Bescheid, konnte aber nicht eingreifen, weil die Opfer dies ablehnten.

wird immer mysteriöser. Die jüngste Sklavin schrieb Liebesbriefe an den Nachbarn. Nach einem Bericht der Sonntagszeitung "The Observer" wussten die Behörden über den Fall schon länger Bescheid, konnte aber nicht eingreifen, weil die Opfer dies ablehnten.

Nach der kurzzeitigen Festnahme eines Paars hatten sich mehrere Nachbarn überrascht gezeigt. Doch zumindest ein Nachbar kannte das Opfer. Marius Feneck, der zwei Stockwerke darüber wohnt, bekam vom jüngsten Opfer, Rose genannt, 500 Liebesbriefe. "Sie schrieb mir, dass sie mit mir zusammen sein möchte", schilderte er der "Daily Mail".

Rose warf die verfassten Briefe in den Briefkasten, wenn sie mit ihrem Peiniger einkaufen ging. Auch Fotos befanden sich darunter - sie zeigen eine schlanke, brünette Frau mit blasser Haut.

Es kam zu "Gewaltexplosionen"

Nach Darstellung von Zeugen soll es zu "Gewaltexplosionen" gekommen sein. Auch über einen früheren Fluchtversuch wurde berichtet. Ein haben. Ausgangspunkt war nach Angaben der Polizei eine "Kommune" mit gemeinsamer politischer Ideologie.

Zwei der Frauen hätten mit ihrem Peiniger, dem 67 Jahre alten Tatverdächtigen, zunächst in einer Art "Kommune" zusammengelebt und eine "gemeinsame politische Ideologie" geteilt, teilte Scotland Yard mit. Die beiden Tatverdächtigen seien aus Indien und Tansania in den 1960er-Jahren nach Großbritannien gekommen. Sie waren 1970 bereits einmal festgenommen worden - weswgen, ist unklar.

Paar festgenommen, dann freigelassen  

Das Paar war am Donnerstag von der Polizei im Londoner Stadtteil Lambeth festgenommen worden, in der Nacht zum Freitag aber gegen Kaution . Den beiden wird vorgeworfen, drei Frauen im Alter von 30, 57 und 69 Jahren mehr als 30 Jahre lang in moderner Sklaverei gehalten zu haben. Welche Rolle die ebenfalls tatverdächtige Ehefrau des Mannes in dem Fall spielt, war noch unklar.

Der Londoner Fall sei nur "die Spitze eines ziemlich großen Eisbergs, sagte der Unterhaus-Abgeordnete Frank Field der BBC. Field ist Vorsitzender eines Parlamentsausschusses, der ein Anti-Sklaverei-Gesetz vorbereitet. Mit Versklavung, Menschenhandel und Zwangsarbeit in Großbritannien würden große Geldsummen verdient. Die Spanne reiche von Zwangsarbeit in industriell arbeitenden Betrieben bis zu Bettler-Gangs, die ins Land gebracht würden.

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