Als der smart fortwo 1998 auf den Markt kam, sorgte er für staunende Blicke und bei manchen für Stirnrunzeln. Doch sein Erfolg, vor allem in Großstädten, gab den Entwicklern recht. Das kompakte Stadtauto verband minimale Außenmaße mit erstaunlich viel Platz im Innenraum und wurde mit seinem ungewöhnlichen Konzept schnell zum Symbol für cleveres und platzsparendes Autofahren in Ballungsräumen.
30 Jahre nach der ersten smart-Idee ist der legendäre Zweisitzer zurück. Der neue smart #2 feiert in Paris seine Weltpremiere, fährt rein elektrisch und kann in Österreich ab 19.990 Euro bestellt werden.
Der neue #2 misst gerade einmal 2,746 Meter. Die Räder stehen weit außen an den Ecken, wodurch trotz der kompakten Abmessungen möglichst viel Platz im Innenraum bleibt. Für die Stadt besonders interessant: Der Wendekreis beträgt nur 6,95 Meter von Randstein zu Randstein.
Auch optisch greift smart bekannte Elemente auf. Die zweifarbige Karosserie, die geteilte Heckklappe und die kompakte Silhouette sollen bewusst an den ursprünglichen Zweisitzer erinnern – allerdings mit deutlich modernerer Technik.
Bei der Präsentation fiel vor allem der hochwertige Innenraum des Smart #2 auf. Kunstleder, wohin das Auge reicht, elektrische Sitze und eine hervorragende Auswahl bei den Materialien: Das hätten wir uns bei dem Stadtflitzer so nicht erwartet. Schließt aber auch nahtlos an seine größeren Brüder an – auch die haben im "Heute"-Test stets mit hochwertigen Innenräumen gepunktet.
Für das entsprechende Ambiente sorgt nicht nur die dezente Ambientebeleuchtung, sondern auch das Sennheiser-Soundsystem sowie das Glasdach. Typisch für den kleinen Smart: Selbst groß gewachsene Personen finden eine ideale Sitzposition. "Heute"-Motorredakteur Maxim musste bei einer Größe 1,85 m sogar den Sitz nach vorne schieben, da er sonst nur schwer an die Pedalerie gekommen wäre. Neben dem großzügigen Raumangebot (für zwei Personen wohlgemerkt) bietet der #2 zahlreiche Ablagemöglichkeiten zwischen und hinter den Sitzen.
Der smart #2 setzt auf die eigens entwickelte Electric Compact Architecture (ECA). Die Plattform wurde speziell für den ultrakompakten Zweisitzer entwickelt und soll trotz der geringen Außenmaße einen möglichst großzügigen Innenraum ermöglichen.
Für Stabilität sorgt eine Fünflenker-Einzelradaufhängung an der Hinterachse. Dazu kommen Hinterradantrieb und eine Gewichtsverteilung von 50:50. Serienmäßig fährt der smart außerdem mit unterschiedlich breiten Reifen – vorne schmaler, hinten breiter.
Beim Antrieb setzt smart auf einen 82PS starken Elektromotor an der Hinterachse. Er liefert 130 Nm Drehmoment und treibt die Hinterräder an.
Eine Besonderheit steckt an der Hinterachse: Der smart #2 besitzt eine Fünflenker-Einzelradaufhängung – laut smart eine Premiere in dieser Fahrzeugklasse.
Der Akku sitzt tief im Fahrzeugboden. Das senkt den Schwerpunkt und ermöglicht laut Hersteller eine direkte Lenkgeometrie. Herauskommen soll ein Auto, das nicht nur in engen Gassen leicht zu bewegen ist, sondern auch auf der Autobahn souverän unterwegs ist.
Daten & Fakten zum smart #2
Länge: 2.746 mm
Wendekreis: 6,95 Meter
Antrieb: Hinterradantrieb
Motor: Elektromotor hinten
Leistung: 82 PS (60 kW)
Drehmoment: 130 Nm
Batterie: 35,8 kWh
Batterietechnik: Lithium-Eisenphosphat (LFP)
Reichweite: bis zu 290 km WLTP
DC-Ladeleistung: bis zu 65 kW
DC-Ladezeit: 10–80 Prozent in rund 20 Minuten
AC-Laden: bis zu 11 kW
Preis Pure: 19.990 Euro
Preis Pure+: 20.990 Euro
Preis Premium: 24.490 Euro
Preis Couture Edition: 25.690 Euro (auf 999 Exemplare limitiert)
Bestellstart Österreich: 13. Oktober 2026
Besonderes Augenmerk legt smart auf die Karosserie. Die neue Tridion Cell Evo soll die bewährte Sicherheitszelle der Marke weiterentwickeln.
Mehr als 78 Prozent der Karosseriestruktur bestehen aus hochfestem Stahl. Zum Einsatz kommt außerdem eine dreilagige Stahlkonfiguration mit Materialien, die eine Zugfestigkeit von bis zu 1.800 MPa erreichen. Die Torsionssteifigkeit liegt laut smart bei 39.000 Nm/Grad. Die Dachstruktur soll eine Belastung von mehr als vier Tonnen aushalten.
Auch beim Insassenschutz wird aufgerüstet: Der #2 verfügt über sieben Airbags sowie ein Gurtsystem mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Crash-Locking-Tongue-Technologie.
Trotz seiner Mini-Abmessungen bekommt der Elektro-Zweisitzer eine 35,8-kWh-Batterie von CATL. Smart nennt eine angestrebte Reichweite von 290 Kilometern nach WLTP.
Auch beim Laden soll es schnell gehen: Von 10 auf 80 Prozent soll die Batterie per DC-Schnellladung in rund 20 Minuten geladen werden können. Zusätzlich ist AC-Laden mit bis zu 11 kW möglich.
Auch Strom abgeben kann der kleine Elektro-smart: Eine Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) gehört ebenfalls zum Konzept.
Beim neuen #2 können Kunden zwischen drei regulären Ausstattungslinien wählen: Pure, Pure+ und Premium. Dazu kommt eine limitierte Couture Edition.
Im Innenraum sitzen Fahrer und Beifahrer auf einer durchgehenden Sitzbank. Das Cockpit ist S-förmig gestaltet und soll trotz der geringen Außenmaße offen und übersichtlich wirken.
Für die digitale Welt gibt es ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay und ein 8,8-Zoll-Fahrerdisplay. 4G-Konnektivität, WLAN und Bluetooth gehören ebenfalls dazu. Ein achtjähriges Connectivity Package hält die vernetzten Fahrzeugdienste aktiv.
Eine kleine Besonderheit ist der sogenannte smart Pillar im Armaturenbrett. Dort lassen sich kleine Gadgets befestigen und griffbereit unterbringen.
Der smart #2 Pure bildet den Einstieg. Neben der V2L-Funktion sind unter anderem smart Pilot Assist, adaptiver Tempomat mit Stop-and-Go, Highway Assist, LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten mit automatischem Fernlichtassistenten dabei.
Der Pure+ ergänzt das Paket um 11-kW-AC-Laden und einen beheizbaren Fahrersitz. Außerdem gehören Totwinkelwarner, Heckkollisionsminderung und Querverkehrswarnung hinten zur Ausstattung.
Beim Premium kommen unter anderem ein Glasdach, beheizbare Kunstledersitze für Fahrer und Beifahrer sowie ein Sennheiser-Soundsystem mit sieben Lautsprechern dazu. Außerdem stehen zusätzliche Farb- und Interieurkombinationen zur Verfügung.
Besonders exklusiv wird es mit der Couture Edition. Davon werden in Europa lediglich 999 Exemplare angeboten. Die Sonderedition trägt eine matte Lackierung in Atelier White mit Platinum-Gold-Dach. Dazu kommen 16-Zoll-Lyra-Felgen mit goldfarbenen Details und ein nummeriertes Badge im Innenraum.
Serienmäßig ist die komplette Premium-Ausstattung dabei – inklusive Glasdach, Ambientebeleuchtung, beheizbaren Sitzen und Lenkrad, Sennheiser-Soundsystem, kabellosem Laden und Navigation.
Preislich bleibt der smart #2 zumindest beim Einstieg überraschend kompakt. Der Pure startet bei 19.990 Euro, der Pure+ kostet 20.990 Euro. Für den Premium werden 24.490 Euro fällig. Die auf 999 Stück limitierte Couture Edition kostet 25.690 Euro.
Damit ist der Zweisitzer tatsächlich wieder dort angekommen, wo seine Geschichte einst begann: bei einem möglichst kleinen Auto für möglichst unkomplizierte Mobilität in der Stadt – diesmal allerdings vollelektrisch und mit deutlich mehr Technik.