Smartphone & Tablet, die Babysitter von heute?

Ausgerechnet die Silicon-Valley-Titanen, die mit allen Mitteln unsere Kinder süchtig nach Bildschirmen machen, lassen ihre eigenen Kinder möglichst technikfrei heranwachsen.
Ausgerechnet die Silicon-Valley-Titanen, die mit allen Mitteln unsere Kinder süchtig nach Bildschirmen machen, lassen ihre eigenen Kinder möglichst technikfrei heranwachsen.Bild: iStock
Heute.at-Redakteurin und Bloggerin Christine Scharfetter ist vor kurzem Mama geworden. Hier erzählt sie von den täglichen Herausforderungen und was sie eigentlich ganz anders machen wollte.
Ich kann nur zu gut verstehen, dass man manchmal nur in Ruhe einkaufen gehen möchte oder einfach das Geplärre nicht mehr erträgt. Geht es mir mit meiner kleinen Tochter schließlich hin und wieder nicht anders. Aber muss man deshalb wirklich gleich das Smartphone oder das Tablet in den Kinderwagen halten?

Wenn eine rund 6-Jährige im Kinderwagen mit einem Tablet auf dem Schoss durch ein Einkaufszentrum geschoben wird, hört sich der Spaß für mich auf. Schließlich haben es Eltern bis in die 90er-Jahre auch ohne geschafft. Man glaubt es kaum, aber damals haben die Grimassen von Mama und Papa, ein paar Bauklötze oder ein Kinderlied ausgereicht, um ein Kind zu unterhalten. Meistens zumindest. Und wenn nicht, dann quengelte es halt, bis ihm wieder die volle Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Wie schädlich ist die moderne Technik wirklich?

Heute wird hingegen sichtlich oft schon bei den Jüngsten die tragbare Elektronik mit flimmernden Bildschirm als Unterhaltungsprogramm oder praktisches Kindermädchen eingesetzt. Interessant ist allerdings, dass es gerade da, wo mit Computer, Smartphone und Tablet das große Geld gemacht wird, nicht so ist.

Christine Scharfetter ist "Heute"-Redakteurin und Bloggerin auf www.TheHallstand.com. Seit fünf Monaten lernt sie nun immer wieder neue Grenzen in ihrem Leben als Mutter der kleinen Frankie Malou kennen.

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Wie unter anderem die New York Times berichtet, schicken viele Eltern, die ausgerechnet bei den Technik-Riesen des Silicon Valley wie Google, Facebook, Apple oder Yahoo arbeiten, ihre Kinder auf die Waldorf School of the Peninsula in Los Altos oder die San Francisco Waldorf School.

CommentCreated with Sketch.9 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Hier wird noch gelehrt und gelernt wie vor 30 Jahren: Gemäß der etwa hundert Jahre alten Waldorf-Philosophie, sollen die Schüler dort durch physische Aktivitäten und kreative Werkarbeiten lernen. In den Augen der Schulen beeinflussen Computer und technologische Gadgets das kreative Denken, die körperlichen Bewegungen, die menschlichen Interaktionen und die individuelle Konzentrationsspanne der Schüler negativ. Aus diesem Grund sind die flimmernden Bildschirme nicht nur in den Klassenzimmern verboten, sondern die Nutzung technologischer Mittel von den Schulen aus auch zuhause nicht gerne gesehen.

Ausgerechnet die Silicon-Valley-Titanen, die mit allen Mitteln unsere Kinder süchtig nach Bildschirmen machen, lassen ihre eigenen Kinder möglichst technikfrei heranwachsen. Das sollte für viele Eltern ein Denkanstoß sein!

Mir reicht diese Information zumindest aus, um bereits jetzt zu wissen, dass Frankie Malou noch lange nicht fernsehen werden darf, ich weiterhin nicht mit dem Laptop vor ihr sitzen werde und sie möglichst lange kein Smartphone oder Tablet in den Händen halten wird.

Was halten Sie von Technik und flimmernden Bildschirmen in jungen Jahren? Halten Sie Ihre Kinder davon fern oder sehen Sie keinen Grund dafür?

(kiky)

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