So erkennst du, ob dein Kind auf Partys Drogen nimmt

Bunte Ecstasy-Pillen als Gefahr für Kinder und Jugendliche.
Bunte Ecstasy-Pillen als Gefahr für Kinder und Jugendliche.Archiv-Bild: Fotolia
Wenn Jugendliche Drogen nehmen, geraten Eltern oft in Panik. Das SOS Kinderdorf hilft mit diesen Tipps, die Situation gut zu meistern.

Wenn Kinder groß werden, ändert sich vieles. Im Jugend-Alter werden Freundinnen und Freunde oft wichtiger als die Familie. Kinder nabeln sich ab, wollen auf eigenen Beinen stehen. Auf Parties oder in der Gruppe kommt es manchmal auch zum Kontakt mit verbotenen Substanzen. "Teenager sind neugierig und wollen Neues ausprobieren. Oft stellen dabei Suchtmittel einen Reiz dar. Wenn Eltern Marihuana entdecken oder den Eindruck haben, dass der Nachwuchs Drogen nimmt, ist der Schock oft groß und die Sorge noch größer“, erklärt Marie-Theres Schumi, Sozialpädagogin in einer Wohngruppe von SOS-Kinderdorf. Die Expertin hat Tipps, wie Eltern mit dieser Situation umgehen können.

Ruhe bewahren

"Das Probieren von Drogen führt nicht sofort in eine Abhängigkeit. Bleiben Sie ruhig und bereiten Sie sich auf ein Gespräch mit Ihrem Kind vor", so Schumi. 

Marie-Theres Schumi, Sozialpädagogin bei SOS-Kinderdorf.
Marie-Theres Schumi, Sozialpädagogin bei SOS-Kinderdorf.SOS-Kinderdorf

Offenheit

"Bitten Sie Ihr Kind um ein Gespräch und schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre dafür. Sollte Ihr Kind von der Schule oder Ausbildung nach Hause kommen, lassen Sie es zuerst Zuhause ankommen, bevor Sie Ihre Vermutung ansprechen. Setzen Sie sich dann gemeinsam an einen Tisch und sprechen Sie offen über Ihre Vermutung."

Keine Vorwürfe

Wichtig sei es, wertschätzend und aufrichtig zu sein, rät die Expertin. "Teilen Sie Ihrem Kind Ihre Sorge mit und fragen Sie, wie es zu dem Konsum kam. Zeigen Sie Interesse am Erlebten. Fragen Sie, wie sich Ihr Kind fühlte, als es die Droge einnahm, und welche Gründe es dafür hatte. Machen Sie Ihrem Kind keine Vorwürfe und bestrafen Sie es nicht. Das führt meistens zu Eskalationen oder Trotz-Reaktionen und Themen bleiben unausgesprochen."

"Ich bin für dich da!"

Warum man Drogen konsumiert, habe unterschiedliche Gründe. Zu Beginn stehe oft die Neugierde, neue Erfahrungen zu sammeln und es im Freundeskreis auszuprobieren. Für manche Jugendlichen würden Drogen aber auch die Möglichkeit bieten, eine Zeitlang ihre Probleme auszublenden. Darum sei es wichtig, herauszufinden, warum ein Kind Drogen probiert hat. Vor allem wenn versucht werde, den Alltag wegzuschieben, sollte man genau zuhören und darauf eingehen.

"Was gefällt dir an deinem Leben nicht? Können wir gemeinsam etwas verändern, damit es dir besser geht? Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie immer da sind, wenn es unzufrieden ist. Nehmen Sie am Leben Ihres Kindes teil, indem Sie das Gespräch suchen und sich dafür interessieren, wie es ihm in der Schule, bei der Ausbildung oder im Freundeskreis geht. Achten Sie besonders auf plötzliche Verhaltensänderungen Ihres Kindes. Beobachten Sie, ob Ihr Kind weiterhin seinen Pflichten nachgehen kann und sprechen Sie gelegentlich über das Konsumieren von Drogen und auch deren Gefahren."

Hier gibt es Hilfe

Suchst du Hilfe?  Unterstützung und Information bieten die Elternseite von Rat auf Draht oder die Seiten der Suchthilfe Wien. Eine Übersicht über viele Beratungsstellen in Österreich gibt es hier auf der Seite des Gesundheitsministeriums. 

Warst oder bist du als Elternteil von diesem Problem betroffen und willst mit deiner Geschichte anderen Eltern Mut machen oder hast Tipps, wie sie ihr Kind aus dem Drogensumpf holen können? Schick uns ein Mail an leserreporter@heute.at

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