So funktioniert das Sprintrennen in der Formel 1

Das erste Sprint-Qualifying steigt in Silverstone.
Das erste Sprint-Qualifying steigt in Silverstone.Imago Images
Am Samstag ist es endlich soweit. Erstmals in der Geschichte der Formel 1 wird ein Sprintrennen ausgetragen. Wir erklären, wie es funktioniert. 

Die Motorsport-"Königsklasse" hat sich dazu entschieden, an drei Rennwochenenden das klassische Qualifying durch ein Sprintrennen zu ersetzen. Die erste Auflage gibt es am Samstag im Rahmen des Grand Prix von Großbritannien. Für die weiteren Auflagen sind Italien und Brasilien im Gespräch. 

Das Ziel der Motorsport-"Königsklasse" ist jedenfalls klar: ein Sprintrennen soll für zusätzliches Spektakel sorgen, die Fans auch im Qualifying vor die TV-Bildschirme locken. Außerdem hätte dann jeder Tag einen Höhepunkt. Das eigentliche Qualifying steigt bereits am Freitag, am Samstag das Sprint-Rennen und am Sonntag der Große Preis. 

Wie funktioniert das Sprintrennen?

Gefahren werden 100 Kilometer - das entspricht einem Drittel der üblichen Renndistanz. In Silverstone werden 17 Runden absolviert. Die Startaufstellung dafür wird im auf Freitag vorverlegten Qualifying ermittelt. Alle Piloten haben freie Reifenwahl. Es besteht im Gegensatz zum Großen Preis keine Boxenstopp-Pflicht. 

Für die Top-Drei des Sprintrennens gibt es Punkte. Der Sieger erhält drei Zähler, der Zweite zwei und der Dritte noch einen Punkt. Diese werden sowohl auf die Fahrer- als auch auf die Konstrukteurswertung addiert. Das Ergebnis des Sprintrennens ist gleichzeitig die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag. 

Wie sieht das Rennwochenende aus?

Durch das Sprintrennen verändert sich auch das komplette Wochenende. So steigt am Freitag das 1. Freie Training um 15.30 Uhr, um 19 Uhr folgt dann das Qualifying, das die Startaufstellung für das Sprint-Rennen ergibt. Am Samstag sind das zweite Freie Training (13 Uhr) und das Sprint-Rennen (17.30 Uhr) angesetzt. Der Große Preis steigt dann am Sonntag (16 Uhr). Der ORF und Pay-TV-Kanal Sky übertragen alle Sessions live. 

Kurios dabei: In der Formel-1-Statistik erhält der Sieger des Sprintrennens eine Pole Position zugeschrieben, startet dieser Pilot den Großen Preis doch von Platz eins. Der Schnellste im Qualifying am Freitag wird mit dem Preis "Speed King" geehrt. 

Gibt es Veränderungen für den Grand Prix?

Beim klassischen Rennen am Sonntag bleibt grundsätzlich alles beim alten. Einzig ein paar Regel-Details mussten adaptiert werden. So genießen nun auch die Fahrer der Top-Ten im Rennen am Sonntag freie Reifenwahl. Wer im Sprintrennen ausscheidet, muss den Großen Preis am Sonntag vom letzten Startplatz aus in Angriff nehmen. 

Um Teams bei Schäden unter die Arme zu greifen, werden sie mit zusätzlich rund 425.000 Euro unterstützt. Schon mit dem Beginn des Qualifyings am Freitagabend greift die Parc-Ferme-Regel, wodurch beschädigte Teile nur durch baugleiche Stücke ersetzt werden dürfen. 

Wer hat Vorteile?

Für Titelverteidiger Lewis Hamilton bietet sich jedenfalls die Möglichkeit, zusätzliche Punkte auf WM-Leader Max Verstappen gutzumachen. Die "Silberpfeile" werden gerade in Silverstone als konkurrenzfähiger eingeschätzt. Während sich Verstappen endgültig absetzen könnte. Der Niederländer liegt bereits jetzt 32 Punkte vor dem Briten - das ist mehr als Hamilton am kommenden Rennwochenende aufholen kann. 

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