Wie ist Sex auf der Chemie-Droge Ecstasy? Das wollte ein US-amerikanischer Wissenschafter herausfinden und hat eine umfangreiche Studie in der New Yorker Clubszene gestartet. Wir haben die erstaunlichen Antworten der Befragten.
Die Designer-Droge Ecstasy verbreitete sich in den 1990er Jahren in der Clubszene. Leider greifen Tanzwütige weltweit immer noch zu den bunten Pillen, denen auch der Ruf vorauseilt, eine "Liebesdroge" zu sein. Dafür nehmen immer noch viele junge Leute gesundheitliche Schäden wie Krämpfe, Bluthochdruck bis hin zu Anfällen und Herzstillstand in Kauf. Nebenwirkungen wie Angstzustände, Depressionen, Appetit- und Schlaflosigkeit können noch wochenlang nach dem Konsum anhalten.
und falsche Mundpropaganda zu entkräften, hat der Forscher Joseph Palamar 198 männliche Partytiger aus der New Yorker Schwulen-Clubszene, die Ecstasy konsumieren, zu ihren Erfahrungen befragt. Das sind seine zum Teil erstaunlichen Erkenntnisse:
1. Ecstasy macht nicht
Ecstasy wirkt aufputschend und euphorisierend. Zudem werden Menschen unter dessen Einfluss kontaktfreudiger und aufgeschlossener. Entgegen seinem Ruf steigert Ecstasy allerdings nicht den Drang, Sex zu haben. Tatsächlich berichteten viele der Befragten dem Forscher, dass sie zwischenzeitlich sogar Schwierigkeiten hatten, eine Erektion zustande zu kriegen.
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2. Man verliebt sich andauernd
Ecstasy fördert die Kontaktfreudigkeit. Deshalb wird unter dem Einfluss der Droge hemmungslos geflirtet. Und es bleibt in der Regel nicht dabei. "Solange die Wirkung andauert, verleibt man sich ununterbrochen in jeden", schilderte etwa ein 45-Jähriger. Andere Befragte beschrieben das Gefühl als "eher romantischer oder so".
3. "Liebe machen" statt Sex
Auf Ecstasy wird viel und mit vielen geschmust. Das Interesse an Sex bzw. die körperliche Befähigung dazu ist oft eher gering. Wenn es jedoch zum Sex kommt, beschreiben viele Befragten den Vorgang eher als "Liebe machen". Den Aussagen der Männer nach stehen beim Sex vor allem Zärtlichkeiten im Vordergrund. Das Bedürfnis nach Küssen und Streicheln ist hoch.
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4. Jede Berührung ein Wow-Effekt
Der Grund dafür, dass bei Sex auf Ecstasy viele Zärtlichkeiten ausgetauscht werden, ist, dass das Tastempfinden extrem gesteigert wird. Berührungen werden viel intensiver wahrgenommen. Die Befragten gaben an, dass jede Art von Berührung sie "stimuliert".
5. Ecstasy sorgt für böses Erwachen
Die gesteigerte Kontaktfreudigkeit und Enthemmung sorgen sehr oft für ein böses Erwachen. Ecstasy senkt nämlich die Standards was die Sexualpartner angeht. Viele der Befragten gaben an, dadurch Sex zu haben, den sie nüchtern nicht gehabt hätten.
Zudem senkt Ecstasy nicht nur die Hemmschwelle sondern macht auch leichtsinnig, was die eigene Gesundheit angeht. Viele kümmern sich nicht um Schutz. Die gesundheitlichen Folgen können langfristig sein.