So kam ein Amazon-Kunde zu einem kleinen Vermögen

In wenigen Monaten machen Wiederverkäufer auf Amazon Hunderttausende Euro Gewinn.
In wenigen Monaten machen Wiederverkäufer auf Amazon Hunderttausende Euro Gewinn.Reuters
Produkte billig einkaufen und beim Wiederverkauf auf Amazon kräftig einsacken. Das sogenannte Reselling boomt – auch wegen der Coronavirus-Krise.

Ware zu kaufen, nur um sie dann gleich ungenutzt weiterzuverkaufen, kann sich lohnen: So hat etwa ein ehemaliger Versicherungskaufmann innerhalb von vier Monaten umgerechnet rund 37.000 Euro Gewinn gemacht, indem er Produkte zu günstigen Preisen einkauft und sie dann auf Amazon anbietet. Laut "Business Insider" gehört der Amerikaner zu einer Gruppe von Wiederverkäufern namens Arbitrage Ops.

Das Prinzip des sogenannten Reselling ist simpel: Produkte, die gerade besonders gefragt und in den Läden bald ausverkauft sind, werden im Onlinehandel zu höheren Preisen angeboten. Arbitrage Ops schult Mitglieder über den Messaging-Dienst Discord und bietet Hilfsmittel, um Produkte ausfindig zu machen, die sich für den Wiederverkauf besonders lohnen könnten. Mitglieder zahlen rund 65 Euro für den Beitritt plus 42 Euro pro Monat.

370.000 Euro seit Mai

Die Gruppe gibt es seit Mai, und das Geschäft boomt: Die rund 500 Mitglieder sollen bis jetzt bereits 370.000 Euro erwirtschaftet haben. Bestimmte Artikel wie etwa Plantschbecken, die wegen der Pandemie diesen Sommer besonders gefragt waren, haben laut dem Bericht das Geschäft angeheizt. Manche Händler würden gar ihre Jobs kündigen, um Vollzeit-Wiederverkäufer zu werden.

Bei knappen Produkten steigen die Preise – Wiederverkäufer sind also darauf bedacht, früh diese Produkte zu horten. Sind sie somit mitschuldig an der Verknappung der Produkte? Wenn die Produktnische sehr klein sei, sei das denkbar, sagt Sammelkarten-Wiederverkäufer Thomas Brandon Kovacs. In großen Märkten wie etwa bei den Sammelkarten machten Einzelunternehmer hingegen keinen großen Unterschied, ist er überzeugt: "Im Vergleich zu Unternehmen, die im großen Stil weltweit Sammelkarten wiederverkaufen, ist mein Umsatz Peanuts."

Grundsätzlich könne aber jeder Wiederverkäufer werden, meint Kovacs: "Vermögen ist keine Einstiegsbarriere – man kann auch etwas für 1 Euro kaufen und für 3 Euro weiterverkaufen." Erst wenn man nicht mehr auf Plattformen wie Ricardo oder Amazon angewiesen sein möchte, brauche man etwas Kapital für einen eigenen Webshop.

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