Bevor Sportdirektor Zoran Barisic vor exakt einem Jahr seine Arbeit bei Rapid aufnahm, war in Hütteldorf nicht immer ein Transfer-Konzept erkennbar. Zum Teil wurden verletzte oder formschwache Spieler verpflichtet - oft mit dem Vermerk, dass sie im Normalfall (also fit und in Torlaune) nicht erschwinglich gewesen wären. Dazu gesellte sich der eine oder andere klassische Fehlkauf.
"Heute" stöberte die grün-weißen Flops der jüngeren Vergangenheit auf. So geht es ihnen nach dem "Missverständnis" Rapid Wien.
16 Spiele, drei Tore. Der Senegalese entpuppte sich im Vorjahr nicht als der erhoffte Knipser. Im Jänner dann die "Flucht" nach Ägypten zu Topklub El Ahly. Doch auch dort war die Bilanz bis zum Corona-Lockdown ausbaufähig. In sieben Partien - meist kam Badji als "Joker" - gelang ein einziger Treffer.
Im Sommer 2018 kehrte der Stürmer quasi in letzter Minute von Sturm Graz nach Hütteldorf zurück. Alar kam als Torschützenkönig. In Wien hoffte man, dass dem sympathischen Kicker endlich auch im grün-weißen Trikot der Knopf aufgeht. Ging er aber nicht. Und so wurde der 30-Jährige nach nur einer Saison an Levski Sofia verliehen. In Bulgarien kommt Alar zumindest zum Einsatz. In 20 Liga-Matches gelangen ihm zwei Tore und fünf Assists. Im letzten Spiel vor der Zwangspause kassierte der Österreicher Rot.
Ebenfalls im Sommer 2018 liehen die Hütteldorfer den vielversprechenden Andrei Ivan von Krasnodar aus - Kaufoption inklusive. Doch rasch wurde klar: Ein an sich guter Kicker, der allerdings die Rapid-Tugenden vermissen lässt. Somit hieß es für ihn ein Jahr (und drei Tore) später Abschied nehmen. Erst ging es zurück nach Russland, ehe er in seiner Heimat Rumänien bei Craiova unterschrieb. Dort spielt Ivan um den Meistertitel mit. In 19 Partien (meist über die volle Distanz) gelangen ihm zwei Treffer.
Der Serbe hat tolle Anlagen, doch auch er passte von der Einstellung her nicht zum grün-weißen Kollektiv. Das wurde offensichtlich, als er mit Rapid den Europacup verpasste. Pavlovic wollte wechseln, mit dem Argument, dass er international spielen möchte. Eine Aussage, die ihm viele Fans übel nehmen. Barisic verlieh den 26-jährigen an APOEL Nikosia. Bilanz bei den Zyprioten: 34 Saison-Einsätze, zehn Treffer, ein Assist. Übrigens: Wird die Kaufoption nicht gezogen, kehrt der Mittelstürmer im Sommer zurück nach Hütteldorf.
Der Pechvogel schlechthin. Der sympathische Kroate laborierte viele Monate lang an einem Knorpelschaden im Knie. So kam es, dass der grün-weiße Rekord-Einkauf (rund 2,3 Millionen Euro) ab 2017 zu keinem Einsatz bei den Profis mehr kam. Die Versuche, Mocinic gesund zu pflegen, scheiterten. Deshalb löste man im Sommer 2019 den Vertrag. Der 27-jährige Regisseur kam in seiner Heimat bei NK Istra unter. Dort reichte es bislang immerhin zu elf Spielen und einem Goal.