So leicht war Hotel-Buchung im harten Lockdown

Die Hotels dürften eigentlich nur in Ausnahmefällen Personen beherbergen. (Symbolbild)
Die Hotels dürften eigentlich nur in Ausnahmefällen Personen beherbergen. (Symbolbild)Getty Images/iStockphoto
Die Hotellerie hat derzeit aufgrund des harten Lockdowns weitestgehend ihre Pforten geschlossen. Doch die Regeln ließen sich fast immer umgehen.

Tirol hat seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie nicht das beste Image. Nach dem Ausbruch in Ischgl im vergangenen Winter herrscht aktuell große Aufregung um britische Skilehrer, die die Coronavirus-Mutation B.1.1.7 nach Österreich gebracht haben dürften. Ein Bericht des ORF Tirol macht nun obendrein deutlich, wie einfach es in den vergangenen Tagen war, ein Hotelzimmer in Tirol zu ergattern, trotz des harten Lockdowns, in dem sich Österreich aktuell befindet. 

Insgesamt acht Unterkünfte wurden von der ORF-Redaktion in Tirol gebucht, darunter Hotelzimmer, Ferienwohnungen und Appartements. Wie es in dem Bericht heißt, verlangten drei Gastgeber keine zusätzlichen Informationen zum Zweck der Reise und übermittelten bereitwillig die Wegbeschreibung ins nächstgelegene Skigebiet. Vier Betriebe hätten nachgefragt, ob die Reise dienstlich sei. "Als erklärt wurde, dass die Unterkunft wegen des Skifahrens gesucht werde, aber 'gerne etwas Schriftliches vorgelegt werden könne', war die Buchung kein Problem", heißt es in dem Artikel. Nur eine Unterkunft lehnte die Buchung mit dem Verweis auf den Lockdown ab. 

"Schwarze Schafe"

Gegenüber den ORF zeigt sich die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, enttäuscht. "So sollte das natürlich nicht sein, das ist uns allen klar", führt sie aus, es sei aber so, dass es in allen Bereiche "schwarze Schafe" gebe. Darüber, dass die Verordnung einzuhalten ist, gebe es aber "keine Diskussion", so die Präsidentin, die auch die Kehrseite der Medaille schildert. 

Oft sei es so, dass es viele Versuche von Touristen gebe, die sich unter Vorwänden in die Hotels einzubuchen versuchten. Hotellier August Penz, das von ihm geführte Hotel war das einzige, dass die ORF-Anfrage ablehnte, erklärt, dass er bereits kontrolliert wurde. Vor seinem Hotel sei einmal ein Fahrzeug eines englischen Bobteams gestanden, woraufhin die Polizei ausgerückt ist. 

Kritik an der vom ORF aufgezeigten Praxis kommt auch von Mario Gerber, dem Fachgruppenobmann der Tiroler Hotellerie in der Wirtschaftskammer. Er finde das unfair und unkollegial, denn es werde auf dem Rücken einer ganzen Branche versucht ein Geschäft zu machen. "Wenn jemand das macht, muss das auf das Schärfste verurteilt werden“, so Gerber, der selbst Hotelier und Tourismussprecher der ÖVP Tirol ist.

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