In NÖ wurden am Sonntagnachmittag im Landespflegeheim St. Pölten, im Haus an der Traisen, die ersten Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht. Die erste Nadel wurde um exakt 13.53 Uhr von Karl Zwiauer, einem Mitglied des Nationalen Impfgremiums, gesetzt - mehr dazu hier.
Relativ entspannt sah Bewohnerin Berta Kern (89), die den Start machte, den Impfvorgang. Ob sie nervös sei? „Aber wo, passt schon. Das war nicht meine erste Injektion.“ Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (VP) lobte die Pionierin, der Impfstoff sei „das schönste Geschenk für uns alle“. Dann folgten weitere Impfungen an zwei Bewohnerinnen (89, 97).
Nach zwei Einrichtungen in der Landeshauptstadt am Sonntag werden laut Mikl-Leitner ab Montag 24 weitere Pflegeheime - 22 des Landes und zwei private - folgen. 1.500 Menschen sollen dort geimpft werden. Mit einer nächsten Tranche an Impfstoff sollen ab 10. bis 12. Jänner das Personal im Gesundheitsbereich und Hochrisikogruppen im Bundesland an der Reihe sein. Beim Vakzin von Biontech/Pfizer ist laut Christof Chwojka, Geschäftsführer von Notruf Niederösterreich, nach drei Wochen die zweite Impfung vorgesehen.
Es sollen so viele Menschen wie möglich geschützt werden, kündigte Mikl-Leitner an. Sie selbst wolle "mit gutem Beispiel vorangehen" und werde sich "impfen lassen".
Der Premiere in Niederösterreich wohnte am Sonntag auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bei. Sie sprach von einem "Schritt in eine neue Normalität", den die Bevölkerung mit der Impfung gemeinsam gehen könne. Das Bundesheer stehe jedenfalls bereit, "die Impfstoffe an Ort und Stelle zu bringen".
Im Caritas-Pflegeheim in St. Pölten wurden kurz darauf von Notruf-NÖ-Experten Impfdosen an 100 Bewohner und 40 Mitarbeiter verabreicht.
Von den etwa 140 Bewohnern der Einrichtung St. Elisabeth in der niederösterreichischen Landeshauptstadt ließen sich zwei Drittel, von den 150 Mitarbeitern ein Drittel impfen. Die übrigen haben laut der Aussendung "in den folgenden Tagen und Wochen die Möglichkeit".
Es müsse "unser aller Anliegen sein, unsere Eltern- und Großelterngeneration weiterhin bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen", sagte Caritasdirektor Hannes Ziselsberger. Er äußerte die Hoffnung, dass es mit der Impfung möglich werde, bald flächendeckend Mitarbeiter, Kunden und betreute Personen " bestmöglich vor einer Covid-Ansteckung zu schützen".
"Die Aussicht auf den Start der Corona-Impfung und eine damit verbundene Besserung der allgemeinen Situation hat vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht in diesem schwierigen Jahr gegeben", betonte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP). Von einem "großen Schritt im Kampf gegen Corona" sprach Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ). Dass in einer Pflegeeinrichtung begonnen werde, "ist wichtig und richtig".