Neue Studie enthüllt

So müssen Schweine für unser Schnitzel leiden

Laut Greenpeace erfüllen mehr als 90 Prozent des Schweinefleisches in den Regalen nur die minimalen gesetzlichen Standards, was das Tierwohl betrifft.

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So müssen Schweine für unser Schnitzel leiden
Beim Einkauf im Supermarkt erfährt man meistens nicht, wie die Tiere leben mussten. Greenpeace fordert mehr Transparenz, ob Tierleid und Umweltzerstörung in der Packung stecken.
Getty Images/iStockphoto

"Erschreckend" ist das Resultat des Greenpeace Marktchecks, der sich den Lebensbedingungen von Schweinen in den heimischen Ställen widmete. "Neun von zehn Schweinen leben unter widrigsten Umständen in den österreichischen Ställen: Ein Leben lang auf engstem Raum, ohne Auslauf oder Stroh und mit kaum Beschäftigung. Da vergeht einem der Appetit auf Schnitzel”, sagt Melanie Ebner, Landwirtschaftssprecherin bei Greenpeace in Österreich.

Schweine fraßen fast 23 Tonnen Antibiotika

Der Anteil von Schwein aus herkömmlicher Tierhaltung mit etwas mehr Fläche pro Tier liege bei gerade einmal rund fünf Prozent, aus umweltschonender biologischer Aufzucht kam Greenpeace auf nur rund 1,5 Prozent. Zudem wies Greenpeace auf den hohen Einsatz von Antibiotika hin. Dieser lag unter Hinweis auf Zahlen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz Ages, bei über 34 Tonnen im Jahr 2022, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden – 67 Prozent davon landeten in den Trögen der Schweine.

Die Kombination aus Massentierhaltung ohne Auslauf ins Freie, hoher Antibiotikaeinsatz sowie Gentechnik-Soja aus Südamerika als Futter, dessen Import zusätzlich noch für die Zerstörung von Regenwäldern oder Savannen sorgt, kritisiert Greenpeace scharf und fordert eine bessere Tierhaltung und Transparenz bei der Kennzeichnung der Haltungsbedingungen des Schweinefleisches.

Vorbild Deutschland

Eine bessere Tierhaltung schaffe nur ein System, wie es in Deutschland bereits Standard ist: mit einheitlichen und leicht verständlichen Informationen am Produkt über Haltung und Fütterung der Tiere. Minister Rauch und die Supermarktketten Österreichs hätten sich bereits im Zuge des "Tierwohl-Gipfels" im vergangenen Jahr auf eine gemeinsame Tierhaltungs-Kennzeichnung geeinigt, schreibt Greenpeace in einer Aussendung. Eine Umsetzung sei aber auch über ein Jahr nach dem Gipfel noch nicht in Sicht.

Beim Einkauf im Supermarkt erfährt man meistens nicht, wie die Tiere leben mussten. Also ob sie in Massentierhaltung ohne Stroh stehen müssen und ob klimaschädliches Gentechnik-Soja aus Übersee in den Futtertrögen landet. Konsumentinnen und Konsumenten müssen klar erkennen können, ob Tierleid und Umweltzerstörung in der Packung stecken.
Melanie Ebner
Landwirtschaftssprecherin bei Greenpeace in Österreich

Wenig verwunderlich ist so das Marktcheck-Resultat für das heimische Schweinefleisch-Sortiment: Die Bestnote lautete "Befriedigend", diese erhielt Billa Plus. Als Beispiel, wie es auch anders gehen könnte, nennt Greenpeace Deutschland, denn dort sei mit einer einheitlichen und leicht verständlichen Information am Produkt über Haltung und Fütterung der Tiere mehr Transparenz für die Kundschaft vorhanden.

Das Gesundheitsministerium, das Landwirtschaftsministerium und die Supermärkte müssten zusammenarbeiten und "die versprochene Kennzeichnung umgehend verwirklichen", fordert Greenpeace. Nur dann könnten sich Konsumenten beim Einkauf für mehr Tierwohl und für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft entscheiden.

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