So nutzen Kriminelle die Corona-Krise aus

Im Netz nutzen Kriminelle die Ängste und Sorgen der Bevölkerung aus, um mit unterschiedlichen Methoden an Geld und Daten zu kommen.

"Die Täter gehen sehr geschickt vor", so der Schweizer Experte für Cyberkriminalität Ralph Hirt. Etwa erstellen Cyberkriminelle Coronavirus Maps, eine interaktive Karte, welche die Virusverbreitung im Land anzeigt. "Diese sehen täuschend echt aus", so Hirt. Wenn auf solch einer Seite etwas angeklickt wird, lädt sich im Hintergrund ein Programm herunter, das jegliche Aktivitäten auf dem Bildschirm mitverfolgen kann und Zugriff zu sämtlichen Passwörter hat.

"Die Täter gehen auf ganz unterschiedliche Arten vor, um an die Daten und das Geld der User zu kommen", so Hirt. Bei den sogenannten Phishing-Mails verschicken die Täter E-Mails, die angeblich von der World Health Organisation (WHO) oder dem jeweiligen Gesundheitsministerium stammen. Wer diese öffnet und einen Link anklickt, ist im Netz der Kriminellen.

Spendenaufrufe und Fake-Shops

Ebenso gibt es Spendenaufrufe von vermeintlichen Wohltätigkeitsorganisationen, die einen Impfstoff gegen Covid-19 entwickeln wollen oder auch Fake-Shops für medizinische Produkte. Online werden etwa Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel angeboten. Trotz Bezahlung werden die Waren nie geliefert. Beim Voice Phishing werden Anrufe im Namen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) getätigt, um an persönliche Informationen zu gelangen.

Polizei vermutet Dunkelziffer

Wie viele solche Cyberangriffe es seit der Corona-Krise in der gab, kann Hirt nicht sagen. "Hierfür müssten wir über einen längeren Zeitraum die Statistik auswerten". Erste Internet-Nutzer wurden auch bereits Opfer von Fake-Shops im Netz.

Hinter jeder Straftat gäbe es eine Dunkelziffer, so Hirt. Besonders hoch dürfte diese bei "Sextortion" sein. Die Täterschaft gibt vor zu wissen, dass das Opfer im Internet Pornos angschaut haben soll, und erpresst dieses nun, bei Nichtzahlung die Familie mit dem Coronovirus zu infizieren. Die Behörden können erst aktiv werden, wenn Anzeige erstattet wird, was allen Opfern nahegelegt wird.

Virenscanner und Anzeige erstatten

Um kein Opfer von Cyberkriminalität zu werden, empfiehlt Hirt, aufmerksam und vorsichtig zu sein und sich einen guten Virenscanner auf dem Rechner zu installieren. Dieser sollte regelmäßig upgedatet werden. Nur so biete er Schutz vor Hackern. "Und auf jeden Fall die Polizei kontaktieren und Anzeige erstatten, falls man Opfer wird. Wir müssen wissen, was die Täter machen, nur so können wir intervenieren", sagt der Experte.

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