So rüstet sich Wien für einen möglichen Ebola-Fall

Die halbe Welt kämpft mittlerweile gegen die umsichgreifende Ebola-Epidemie. Nun rüstet sich auch Wien für einen möglichen Ebola-Verdachtsfall: Wird ein solcher gemeldet, tritt automatisch ein Ablaufplan in Kraft, mit dem eine Ausbreitung der Erkrankung verhindert werden soll. Eine wichtige Rolle würde dem Kaiser-Franz-Josef-Spital mit seiner Isolierstation zukommen.

. Eine wichtige Rolle würde dem Kaiser-Franz-Josef-Spital mit seiner Isolierstation zukommen. Der infizierte amerikanische Arzt wurde indes als gesund entlassen.

An dem Treffen haben Vertreter des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), der Infektionsabteilung (zu der die Isolierstation gehört, Anm.) des Kaiser-Franz-Josef-Spitals, der Ärztekammer sowie der praktischen Ärzte, der Wiener Berufsrettung und der Polizei teilgenommen. "Auch wenn die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist, dass eine , nach Wien einreist, ist es dennoch wichtig, vorbereitet zu sein", betonte dazu die Wiener Landessanitätsdirektorin Karin Spacek in einer Aussendung.

Eine Ebolainfektion - die allerdings auch Symptome einer anderen Erkrankung wie etwa Malaria sein können. Für die rasche Abklärung wird der Patient unter strengen Schutzvorkehrungen mit einem Rettungswagen der Wiener Berufsrettung in die Infektionsabteilung gebracht, wo unter Quarantäne die Diagnose gestellt wird. Menschen, die mit der betreffenden Person zum Zeitpunkt der Symptome Kontakt hatten, werden durch die Gesundheitsbehörde erhoben. Sie müssen sich einem Gesundheitscheck unterziehen.

Die speziell ausgestatteten Zimmer können nur durch eine Unterdruckschleuse betreten werden. Was bedeutet: Luft - und damit mögliche Krankheitserreger - kann nicht aus dem Raum dringen. Eine Art Ampel zeigt an, ob die Schleuse zugänglich ist, oder ob sich gerade jemand darin befindet.

Schleusen sollen für Sicherheit sorgen

Ärzte und Pfleger müssen im Isolierbereich einen flüssigkeitsdichten Schutzanzug verwenden. Nach dem Verlassen des Patientenzimmers muss eine weitere Schleuse durchquert werden. Dort wird auch die Sicherheitskleidung dekontaminiert und entsorgt, berichtete Wenisch. Wobei der Anzug nicht wie ein Arztkittel einfach ausgezogen werden kann. Das Entkleiden ist deutlich komplizierter und nur mit Helfern möglich.

Im Fall des Falles würden im Kaiser-Franz-Josef-Spital aber auch weitere Maßnahmen ergriffen. So würde die Station durch Security-Personal bzw. nötigenfalls durch die Polizei abgesichert, der Zutritt wäre nur mehr für das Personal möglich, wie Wenisch betonte.

Amerikaner entlassen

Der mit dem Ebola-Virus infizierter amerikanischer Arzt ist nach der Behandlung mit einem noch nicht zugelassenen Medikament aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Hilfsorganisation Samaritan's Purse teilte am Donnerstag mit, der schlieplich in die USA ausgeflogene Kent Brantly habe die Klinik in Atlanta verlassen können.

Der Arzt hatte sich bei der Behandlung von Ebola-Infizierten im westafrikanischen Liberia mit dem oft tödlichen Virus angesteckt. Er gehört zu den wenigen Patienten, die das Serum ZMapp erhielten. Ein ebenfalls mit dem experimentellen Medikament behandelter 75-jähriger spanischer Priester ist vergangene Woche gestorben.

 

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