So sagen Sie der Flugangst den Kampf an

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Flugzeuge gehören zu den sichersten Transportmitteln. Dennoch verspüren viele Reisende Flugangst, auch Aviophobie genannt, manche so sehr, dass sie gar nicht mehr in Flugzeuge steigen. Den Betroffenen kann aber geholfen werden. "Heute.at" stellt Ihnen Anti-Flugangst-Seminare und Entspannungsübungen vor.

Flugzeuge gehören zu den sichersten Transportmitteln. Dennoch verspüren viele Reisende Flugangst, auch Aviophobie genannt, manche so sehr, dass sie gar nicht mehr in Flugzeuge steigen. Den Betroffenen kann aber geholfen werden. "Heute.at" stellt Ihnen Anti-Flugangst-Seminare und Entspannungsübungen vor.

Für Flugangst gibt es verschiedene Gründe. Manche Reisende leiden unter Platz- oder Höhenangst. Andere betrachten die Technik mit Skepsis und befürchten Abstürze. Bei einigen Betroffenen ist die Furcht durch Vorfälle wie etwa einen an Bord erlebten technischen Defekt entstanden. Andere Menschen haben Angst, sich zwei Menschen (Pilot und Co-Pilot) anzuvertrauen.

Flugangst kann sich in Form von Nervosität, Herzrasen, Schweißausbrüchen, erhöhter Atemfrequenz, Durchfall oder Panikattacken äußern. Während einige Reisende dennoch mit Müh' und Not fliegen, bleiben andere lieber am Boden.

"Der nichtfliegende Holländer"

Einer der prominentesten Betroffenen war der niederländische Fußball-Star Dennis Bergkamp. 1994 geriet er mit einem Flugzeug in Turbulenzen und entschloss sich, keinen Flieger mehr zu betreten. Daher fehlte er fortan bei den meisten Auswärtsspielen im Europacup und im Länderspieltrikot und wurde "der nichtfliegende Holländer" genannt.

Dabei ist es keine Schande, von Flugangst geplagt zu werden. Schließlich ist das Fliegen mit dem Flugzeug ein Zustand, den der Mensch nicht von Natur aus kennt. Auch wenn es statistisch gesehen im Westen nur wenige Unfälle mit Linienflugzeugen gibt, wird über die wenigen Vorfälle besonders intensiv berichtet, wie etwa bei den Abstürzen von Malaysia-Airlines-Flügen  . Dadurch entsteht bei manchen Menschen der Eindruck, Fliegen sei generell gefährlich.

Lassen Sie sich nicht mehr länger von der Angst kleinkriegen, sondern kämpfen Sie dagegen an!

Seminare:

Vielen Reisenden helfen Flugangst-Seminare bei der Bewältigung. Das AUA-Seminar wird seit bereits 30 Jahren veranstaltet. Die Schulung in Wien kostet 650 Euro, zwischen acht und 12 Personen nehmen teil. Laut AUA haben 95 Prozent der Teilnehmer den Abschlussflug erfolgreich absolviert.

Erstens werden die Teilnehmer psychologisch geschult, um die Angst besser zu verstehen. Zweitens lernen Sie mehr über Flugzeugbau und Wartung. Drittens wird die Arbeit von Piloten, Flugbegleitern oder Fluglotsen näher beleuchtet. Mit Entspannungsübungen und in einem Simulator wird der Ernstfall geprobt. Ein echter Flug bildet den Abschluss des Seminars.

Auch am Linzer Flughafen findet einmal jährlich ein Flugangst-Seminar statt. Dieses dauert zwei oder drei Tage und kostet je nach Preis des Flugtickets zwischen 430 und 500 Euro. Acht bis 14 Teilnehmer sind vorgesehen.
Auch Erlebnisanbieter jollydays hat ein Flugangst-Seminar in Wien zum Verschenken oder Selbst-Erleben im Angebot. Die Kosten sind mit 450 Euro etwas niedriger, allerdings ist auch nur ein Simulatorflug inbegriffen.

Sie können diverse Entspannungstechniken auch selbst erlernen. Auf den folgenden Seiten werden die wichtigsten vorgestellt.

Seite 2: Progressive Muskelentspannung gegen Flugangst

Progressive Muskelentspannung:

Von Flugangst Betroffene leiden oft auch an erhöhter Muskelspannung, die in unangenehmen Verspannungen gipfeln kann. Der Amerikaner Edmund Jacobson hat für Angst- und Stresssituationen die progressive Muskelentspannung erfunden.

Hier werden einzelne Muskeln von Kopf bis Fuß bewusst angespannt oder entspannt. Dabei soll der Unterschied zwischen den beiden Zuständen wahrgenommen werden. Einzelne Muskeln sollen aber nicht außergewöhnlich fest oder über einen längeren Zeitpunkt angespannt werden.

Zu den Übungen gehören das Ballen der Faust, das Anspannen der Unterarmmuskeln, das Aneinanderpressen der Lippen, das Hochziehen der Augenbrauen, das Anspannen der Oberschenkel, das Anspannen der Unterschenkel und viele ähnliche Übungen. Nach dem Anspannen sollen sie die Körperpartien bewusst entspannen.

Die Entspannungsmethode soll öfters wiederholt werden. So lernt man, seine Muskeln auf Kommando zu entspannen und ist für Stresssituationen gewappnet.

Seite 3: Atementspannung gegen Flugangst

Atementspannung:

Menschen atmen im Normalfall zwischen acht bis zwölf Mal pro Minute ein. Bei der Atementspannung konzentriert man sich darauf, nur sechs Atemzüge - ausschließlich durch die Nase - durchzuführen. Im Idealfall atmen Sie doppelt so lange aus wie ein. Duftfläschchen können dabei helfen, allerdings dürfen nur Flüssigkeitsbehälter bis zu 100ml in einem verschließbaren Beutel mitgenommen werden.

Lassen Sie beim Ausatmen die Luft durch die nur leicht geöffneten Lippen entweichen. Beim Ausatmen gewähren Sie Ihrem Körper einen kurzen Moment der Atemstille, bis Sie erneut einatmen. Stellen Sie sich vor, beim Ausatmen alles Negative loszuwerden und beim Einatmen alles Positive aufzunehmen.

Seite 4: Autogenes Training gegen Flugangst

Autogenes Training:

Dabei handelt es sich um eine Art Selbst-Hypnose, die darauf abzielt, die Muskulatur zu entspannen, die Herz- und Atemfrequenz herabzusetzen, die Blutgefäße zu erweitern und die Darmtätigkeit anzuregen. Die Übung kann im Sitzen oder Liegen erfolgen.

Man sagt sich dabei selbst Sätze vor und wiederholt diese. Danach sagt man jeweils "Ich bin ganz ruhig". Ziel ist, das man dem eigenen Körper "einredet", ganz ruhig zu sein (Auto-Suggestion).

Das Ganze beginnt mit der Schwereübung. Sätze wie "Mein Körper ist ganz schwer" werden mehrmals wiederholt. Es folgt die Wärmeübung (z.B: "Arme und Beine sind ganz warm"). An dritter Stelle steht die Herzübung (z.B: "Das Herz schlägt ruhig und regelmäßig"). Viertens ist eine Atemübung (z.B: "Atmung ruhig") vorgesehen. Danach folgen die Bauchübung ("Mein Bauch ist weich und warm") und die Stirnkühleübung ("Meine Stirn ist angenehm kühl").

Danach soll der Entspannungszustand wieder aufgelöst werden. Sätze wie "Augen auf" mit einhergehendem Öffnen der Augen sorgen für diesen Effekt.

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