Wien

So soll eine Arbeitswoche laut Ludwig ausschauen

35-Stunden-Woche, vier Tage arbeiten: Bei seiner Rede zum 1. Mai skizzierte Wiens Stadtchef, wie das Berufsleben künftig ausschauen sollte.
Claus Kramsl
01.05.2022, 19:34

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, feierten SPÖ-Parteigranden mit der Basis am Wiener Rathausplatz das Hochamt der Sozialdemokratie. Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause versammelten sich laut SPÖ rund 100.000 Genossinnen und Genossen vor dem Rathaus, um Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner und Wiens SPÖ-Chef Michael Ludwig zu lauschen.

Aus für Mehrwertsteuer, Preisgarantie für Öffi-Karte

Von beiden kamen starke Ansagen: Während Rendi-Wagner das Aus für die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und Energie verlangte, um die massive Teuerung für die Österreicher bewältigbar zu machen, gab Ludwig eine Preis-Garantie bei der Jahreskarte der Wiener Linien ab: "Wir bleiben bei einem Euro pro Tag für alle Öffis in Wien", so der Wiener Stadtchef. An der Jahresgebühr von 365 Euro werde trotz Pandemie, Urkaine-Krieg und Teuerungen nicht gerüttelt.

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35 Stunden an vier Arbeitstagen sind genug

Ludwig machte aber noch eine weitere Ansage: Vor den 100.000 anwesenden SPÖ-Fans forderte er höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten. Langfristig müsse sichergestellt werden, dass alle Menschen von ihrer Arbeit leben können. Gemeinsam mit der Gewerkschaft fordert der Wiener Bürgermeister deshalb in seiner Rede zum 1. Mai höhere Löhne, die 35-Stunden-Woche, eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf mindestens 70 Prozent der Nettoersatzrate sowie eine Vermögenssteuer, "um längst überfällige Investitionen in den Sozialstaat zu tätigen".

Auch für die Behebung des Fachkräftemangels äußerte der Wiener Bürgermeister eine Empfehlung: "Der Fachkräftemangel lässt sich durch bessere Arbeitsbedingungen lösen. Wir haben hier einige Vorschläge dafür, etwa die 35-Stunden-Woche und 4 Tage Woche", ist Ludwig überzeugt.

Unter Ludwigs Bürgermeister-Vorgänger Michael Häupl war ja kurzfristig die 22-Stunden-Woche im Gespräch. Allerdings ging es dabei um Lehrer: "Wenn ich 22 Stunden die Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig. Dann kann i hamgehen." Der Alt-Stadtchef handelte sich mit seinem goscherten Sager damals heftige Kritik ein...

Job-Offensive für alle über 50 Jahre

Weiters kündigte er Unterstützung für über 50-Jährige an: "Jeder der arbeiten will soll die Möglichkeit dazu haben. Deshalb werden wir Unternehmen unterstützen, die Menschen über 50 Jahre einstellen. Denn gerade diese Menschen sind besonders wertvolle Mitarbeiter*innen, dass sie am Arbeitsmarkt diskriminiert werden, ist unfair."