So soll Neusiedler See vor Austrocknung gerettet werden

Der Wasserstand des Neusiedler Sees ist so niedrig wie schon seit 55 Jahren nicht mehr. Experten schätzen, dass das "Meer der Wiener" bald überhaupt komplett austrocknen könnte. Das Land Burgendland will genau das jetzt verhindern.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Freitag erklärte der zuständige SPÖ-Landesrat Heinrich Dorner, dass an einer künstlichen Wasserzufuhr kein Weg vorbei führen werde. Solche Pläne und Überlegungen gibt es schon länger, doch dieses Mal sollen sie tatsächlich umgesetzt werden. 

Der Grund: Die geringe Regenmenge der letzten Monate stellen die Region rund um den Neusiedler See vor große Herausforderungen. Neben dem Tourismus und der Landwirtschaft ist laut Angaben der Landesregierung vor allem der Naturraum betroffen. Selbst wenn der niedrige Wasserstand durch Niederschläge zwischenzeitlich wieder ansteigen würde, sieht Dorner trotzdem dringenden Handlungsbedarf. Deshalb soll sich nun eine Task Force mit der Problematik befassen.

Die Einsatzgruppe soll in enger Abstimmung mit allen Interessensgruppen – vom Naturschutz über Gemeinden, der Landwirtschaft und dem Tourismus – ein Konzept zur langfristigen Absicherung des Naturraums Neusiedler See ausarbeiten. Eine Wasserzufuhr in den Neusiedler See nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Ziel sei es, "eine technische Lösung in dieser Frage auszuarbeiten – eine Lösung, die auch machbar ist", so der Landesrat. Auch das Nachbarland Ungarn und der Bund sollen eingebunden werden.

Donauwasser für den Neusiedler See?

Ohne zusätzliches Wasser von außen könnte der Neusiedler See sehr bald schon austrocknen, wie der Leiter des Hauptreferats für Wasserwirtschaft im Burgenland, Christian Sailer, laut ORF erklärt. In der Vergangenheit sei immer wieder über eine Wasserzufuhr aus Raab oder sogar der Donau nachgedacht, diese Pläne schlussendlich dann aber als untauglich verworfen worden.

Wie auch immer die neue Lösung dann aussehen soll, man wolle sie gemeinsam mit Ungarn suchen. Und: Es soll auf jeden Fall auf das einzigartige Ökosystem des Sees Rücksicht genommen werden, so Dorner weiter. Zudem soll nur so viel Wasser zugeführt werden, wie notwendig ist, um ein Austrocknen zu verhindern. 

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