So verabschieden sich Corona-Kranke, bevor sie sterben

Es sind emotionale Momente, die das Pflegepersonal auf Covid-19-Intensivstationen durchlebt (Symbolbild).
Es sind emotionale Momente, die das Pflegepersonal auf Covid-19-Intensivstationen durchlebt (Symbolbild).Getty Images
36 Corona-Patienten liegen derzeit auf den oö. Intensivstationen. Ob sie überleben: unklar. Ein Pfleger erzählt, wie sie sich verabschieden.

Markus Reiter (58) aus Steyr ist Pflegeleiter der Intensivstation im Pyhrn-EisenwurzenKlinikum Steyr. Gerade einmal 44 Tage lang gab es für ihn und sein Team keinen Corona-Patienten zu betreuen – bis Anfang August wieder der erste Covid-Erkrankte auf die Intensivstation gebracht wurde. 

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21 Patienten liegen derzeit in Steyr auf der Intensiv, 18 davon sind ungeimpft, wie Reiter erzählt. Er selbst hat Ende September die dritte Impfung mit Biontech/Pfizer erhalten, hatte bis auf Kopfweh und leichte Schmerzen in den Armen, keine Nebenwirkungen.

Letztes Gespräch mit der Familie

Er ist Impfbefürworter, sagt: "Ich habe zu viele Menschen gesehen, die dem Virus schutzlos ausgeliefert waren, bei denen es nicht bei Fieber und Kopfschmerzen geblieben ist – die für Wochen nur an der künstlichen Beatmung überlebt haben." 

Für ihn immer der bewegendste Moment, den er nie vergessen wird, ist, wenn Patienten, bevor sie intubiert werden, noch einmal mit ihren engsten Angehörigen telefonieren. Bei manchen sei es das letzte Gespräch mit der Familie, bevor sie den Kampf gegen das Virus verlieren – ein Abschied für immer, so der Steyrer.

Auch er sieht, wie Experten, dass das Impfen vor schweren Verläufen schützen kann. Und vor allem "ein wichtiger persönlicher Beitrag zum gesellschaftlichen Wohl ist", wie er sagt. 

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