Der Gedankenstrich galt lange als sicheres Erkennungsmerkmal für KI-generierte Texte. Doch das hat sich geändert: Anthropic, OpenAI und Google haben reagiert und das Satzzeichen aus ihren Modellen weitgehend verbannt. Claude Opus 5.5 verwendet es 99 Prozent seltener als der Vorgänger.
Trotzdem verraten sich die Chatbots weiterhin durch typische Formulierungen. Forscher von Graphite Growth analysierten die Schreibgewohnheiten aktueller Sprachmodelle und verglichen sie mit 10.000 menschlichen Artikeln aus der Zeit vor ChatGPT.
Wie t3n unter Berufung auf Techcrunch berichtet, fanden die Wissenschaftler rund 13.000 Phrasen, die in KI-Texten mindestens doppelt so häufig vorkommen wie bei Menschen. Besonders auffällig: Claude Opus 5.5 nutzt das Wort "zuverlässig" 23-mal häufiger als menschliche Autoren.
GPT-6 Astra von OpenAI zeigt andere Auffälligkeiten. Das Modell beschreibt gerne "eine weitere Dimension" seines Themas und verwendet korrektive Formulierungen wie "nicht einfach X" rund 100-mal häufiger als Menschen.
Claude hingegen erklärt besonders oft, warum Dinge wichtig sind - entsprechende Konstruktionen kommen ebenfalls 100-mal häufiger vor. "Es stellt sich heraus, dass sich die Claude-Modelle im Laufe der Zeit tatsächlich der menschlichen Wortverteilung annähern", erklärte Greg Druck, Chief AI Officer bei Graphite Growth.
Die Experten bezweifeln allerdings, dass verräterische Konstruktionen jemals vollständig beseitigt werden können. "Das sind riesige Modelle mit Milliarden von Parametern. Sie können nur eine begrenzte Anzahl von Tests durchführen, und manche Dinge rutschen durch", so Druck.
LinkedIn hat bereits reagiert und eine Funktion eingeführt, mit der Nutzer Beiträge melden können, wenn sie vermuten, dass diese mit KI erstellt wurden.