So verteidigt Merkel den zweiten Lockdown

"Wenn wir das einen Monat mit aller Konsequenz durchhalten, kann das in dieser zweiten Welle ein Wellenbrecher sein", sagte Merkel.
"Wenn wir das einen Monat mit aller Konsequenz durchhalten, kann das in dieser zweiten Welle ein Wellenbrecher sein", sagte Merkel.Kay Nietfeld / dpa / picturedesk.com
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an einer Medienkonferenz über die Corona-Situation in Deutschland informiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Beginn der verschärften Maßnahmen in der Corona-Krise zur Einhaltung der Regeln aufgefordert. Die aktuelle Lage "macht uns Sorge", sagte Merkel am Montag in einer Pressekonferenz in Berlin. Die neuen Einschränkungen seien dringend erforderlich. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich in den vergangenen 14 Tagen verdreifacht, die Zahl der Intensivpatienten innerhalb der vergangenen zehn Tagen verdoppelt. Ziel sei, die Marke in Deutschland wieder unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zu drücken. Derzeit liegt der Wert bei über 100.

Sie werde am 16. November mit den Ministerpräsidenten der Länder eine Zwischenbilanz der Einschränkungen ziehen, kündigte Merkel an. Dann könnten auch weitere Schritte folgen, sollte die Zahl der Neuinfektionen nicht sinken. Sie werde politisch alles tun, dass die Maßnahmen auf den November begrenzt blieben. Garantieren könne man das aber nicht. Entscheidend sei die Sieben-Tage-Inzidenz.

"Wellenbrecher"

Die neuen Einschränkungen seien schweren Herzens entschieden worden, aber auch aus voller Überzeugung. Und sie seien geeignet, um das Ziel zu erreichen.

"Wenn wir das einen Monat mit aller Konsequenz durchhalten, kann das in dieser zweiten Welle ein Wellenbrecher sein", sagte Merkel.

Die Pandemie sei "ein sehr besonderes und sehr herausforderndes Ereignis", das es so wohl "nur einmal pro Jahrhundert" gebe.

In Deutschland gehörten rund 30 Prozent der Bevölkerung zu einer Risikogruppe, sagte die Kanzlerin. Somit sei es so, dass "fast jeder jemanden kennt, den man eigentlich nicht infizieren möchte". Daher sei sie zuversichtlich, dass sich die überwiegende Mehrheit an die Auflagen halte. Im Augenblick zumindest gebe es nach wie vor "eine erstaunlich hohe Akzeptanz".

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