Prognose zeigt, wann fix härtere Corona-Regeln kommen

Mehr als 200 Corona-Patienten werden derzeit auf der Intensivstation betreut.
Mehr als 200 Corona-Patienten werden derzeit auf der Intensivstation betreut.Utrecht, Robin / Action Press / picturedesk.com
Die Corona-Situation bleibt in Österreich angespannt. Experten prognostizieren weiterhin rund 2.500 Fälle pro Tag.

Die Corona-Zahlen steigen in Österreich weiterhin stark an. Wie "Heute" erfuhr, wurden in den letzten 24 Stunden österreichweit erneut insgesamt 2.364 Neuinfektionen und 12 Todesfälle vermeldet. Zum Vergleich: vor einer Woche, am 10. September, waren es 2.341 Corona-Fälle gewesen.

Intensivbetten-Belag steigt signifikant

Die Fallprognose der Corona-Kommission geht von einem weiterhin steigenden Trend des Infektionsgeschehens aus. Der Intensivbetten-Belag steigt demnach signifikant von 9,8 auf 15,9 Prozent (326 Betten) und übersteigt somit die von den Experten definierte Grenze zum mittleren Systemrisiko. Das bedeutet, dass mit 22. September die zweite Stufe des Corona-Stufenplans eintritt: Ungeimpfte dürfen nicht mehr in die Nachtgastro und Wohnzimmertests für 3G sind nicht mehr gültig. 

Am Freitag waren laut Agentur für Gesundheit und Ernährung (Ages) österreichweit bereits 10 Prozent der verfügbaren Covid-Intensivbetten belegt. 202 Patienten liegen somit derzeit in einem Intensivbett im Spital. Dennoch gibt es auch eine gute Nachricht: Die Situation auf den Intensivstationen entwickelt sich besser als erwartet. Am 7. September prognostizierten die Covid-Experten im Gesundheitsministerium für den heutigen Tag österreichweit noch eine Auslastung von 242 Intensivbetten. 

In einzelnen Bundesländern kann im Worst-Case-Szenario innerhalb des Prognosezeitraums ein Überschreiten der 33-Prozent-Grenze nicht ausgeschlossen werden, heißt es. Mit 10. September wurden etwa in Oberösterreich 54 Intensivbetten mehr eingemeldet als in der Vorwoche.

Zudem geht die Corona-Kommission in ihrer Prognose von einem Infektionsgeschehen von rund 2.500 Fällen pro Tag aus. Am letzten Prognosetag (22.09.) wird eine 7-Tages-Inzidenz von 203 Fällen je 100.000 Einwohnern erwartet. Die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern ist dabei unterschiedlich. Die Spannbreite der 7-Tages-Inzidenz am letzten Prognosetag reicht von 131 in der Steiermark bis 279 in Wien.

Realität nicht so dramatisch wie Prognose

Einzige Unsicherheit: Die Prognose lag in den vergangenen Wochen oft massiv daneben. Vor zehn Tagen noch hat das Prognose-Konsortium des Gesundheitsministeriums (Popper, Klimek, Ostermann) für den heutigen Freitag eine Belegung von 242 Intensiv-Betten in ganz Österreich vorhergesagt. In der heutigen Meldung der Bundesländer wurden 202 belegte Intensivbetten in ganz Österreich gemeldet – also rund 17 Prozent weniger! Das Prognose-Konsortium überarbeitet jede Woche seine Einschätzung. So zuletzt vor drei Tagen geschehen. Für den heutigen Tag wurde da der Wert auf 225 belegte Intensivbetten hinuntergerechnet – doch auch diese Zahl ist noch um 10 Prozent höher als der tatsächliche Wert.

Schulbeginn wirkt sich aus

Auch der Schulbeginn in den westlichen Bundesländern werde zu einem ähnlichen Anstieg der gemeldeten positiven Tests in den Altersgruppen der schulpflichtigen Populationen führen, wie dies in Burgenland, Niederösterreich und Wien der Fall war.

Steigt die Auslastung der Intensivbetten weiterhin so stark an, sind laut Vizekanzler Werner Kogler zusätzliche Maßnahmen möglich. Klar sei, dass, "wenn weitere Schritte stattfinden, dass eine Differenzierung zwischen Geimpften und Ungeimpften stattfinden wird", so der Grünen-Chef.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
Coronavirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen