So viele Kälber exportiert Österreich ins Ausland

Nach Kälber-Skandal schickt Vier Pfoten Zahlen zu heimischen Tiertransporten aus. So viele österreichische Kälber werden in Drittstaaten transportiert.

Fast 27 Millionen österreichische Tiere wurden 2017 ins Ausland exportiert. Genau sind es "unglaubliche" 26.903.223 Tiere, so Vier Pfoten. Das ergab die jüngste parlamentarische Anfrage zum Thema Tiertransporte in Österreich. Vier Pfoten schickte diese und andere Zahlen aus, nachdem öffentlich wurde, dass österreichische Kälber zum Schlachten in den Libanon verschifft werden.

„Diese große Zahl ist mehr als erschreckend"

, sagt Vier Pfoten Direktorin Eva Rosenberg.

So viele Kälber exportiert Österreich in Drittstaaten

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Die Zahlen stammen von einer parlamentarischen Anfrage zu Tiertransporten der Liste Pilz (damals noch im Nationalrat). Hier ist unter anderem auch nachzulesen, dass Österreich Zuchtrinder in Drittstaaten wie die Türkei, Usbekistan oder Aserbaidschan exportiert. Die meisten Tieregingen von 2008 bis 2018 in die Türkei.

„Das System kann nur als pervers bezeichnet werden. Wie kann es eine Normalität und vor allem lukrativ sein, Tiere lebendig über zigtausende Kilometer, oft wochenlang, durch mehrere Länder zu transportieren?"

, so Rosenberg.

In den Jahren 2008 bis 2018 sollen laut Statistik Austria insgesamt 199.891 Kälber von Österreich ins Ausland transportiert worden sein. 1.202 davon in Nicht-EU-Länder. Die restlichen 198.689 innerhalb der EU. Hinzu komme laut Vier Pfoten der Umstand, dass Kälber immer häufiger von Spanien aus unter widrigsten Umständen in Drittländer verschifft werden. "Gerade bei Kälbern ist bekannt, dass immer wieder Transporte von Österreich nach Spanien gehen.", so Rosenberg. Dies war auch bei den drei österreichischen Milchkälbern der Fall, die am Ende ihres leidvollen Lebensweges im Libanon geschlachtet wurden.

Spanien Top-Exporteur für Lebendtiertransporte in Drittländer

Auffällig sei für Vier Pfoten, dass Spanien in den letzten Jahren "seine Rolle als Exporteur von Lebendvieh in Drittstaaten stark ausgebaut hat." Alleine von 2016 auf 2017 sollen die Lebendtiertransporte in Drittländer um knapp 78 Prozent, auf fast 120.000 Tiere, gestiegen sein. Die Hauptdestinationen sind Libyen, der Libanon, die Türkei und Algerien. Auch nicht-entwöhnte, also noch säugende Jungtiere werden transportiert.

„Was diese Jungtiere mitmachen, ist unfassbar"

, so die Vier Pfoten Direktorin.

„Sie bräuchten die Muttermilch, aber oft gibt es bei Transporten nur Wasser aus Tränkanlagen, die sie noch nicht bedienen können. Kälber sollten an sich mindestens zwölf Wochen von ihren Müttern gesäugt werden; nicht selten werden aber nur zwei Wochen alte Kälbchen quer durch Europa gekarrt.", kritisiert Eva Rosenberg.

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