So viele Menschen sind in Österreich armutsgefährdet

Sozialminister Wolfgang Mückstein
Sozialminister Wolfgang MücksteinHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Rund 1,5 Millionen Menschen sind in Österreich armutsgefährdet. Durch die Pandemie könnten sich die Zahlen noch erhöhen.

Am Donnerstag informierten Sozialminister Wolfgang Mückstein und AK-Präsidentin Renate Anderl über die aktuelle Lage der Armut in Österreich. 

Mückstein betonte, dass im letzten Jahr Sofortmaßnahmen eingeleitet wurden, um die pandemiebedingte Armut zu bekämpfen. So wurden etwa 5,5 Mrd. Euro in die Kurzarbeit gesteckt. 25 Mio. Euro wurden für NGO-Projekte gegen Kinderarmut, Suchtkrankheiten oder Obdachlosigkeit eingesetzt.

Keine Reduzierung des Arbeitslosengeldes geplant

"Ein armutsfestes Einkommen ist das wichtigste Mittel gegen Armut, deshalb begrüße ich das Projekt Sprungbrett von Arbeitsminister Kocher für Langezeitarbeitslose sehr", betonte Mückstein.

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Zur Diskussion rund um das Thema Arbeitslosengeld, meinte der Gesundheitsminister: "Eine Reduzierung werde es mit den Grünen nicht geben."

Mütter können sich Laptop für Kinder nicht leisten

Wie AK-Präsidentin Renate Anderl betonte, sind laut Statistik mehr als 1,5 Mio. Menschen armutsgefährdet, darunter sind etwa 350.000 Kinder. Jeder zweite Arbeitssuchende ist langzeitarbeitslos.

"Ich bekam in der Corona-Krise Anrufe von Müttern, die sich das Internet oder einen Laptop für ihre Kinder im Homeschooling nicht leisten konnten. Im selben Jahr gab es 1,9 Millionen Euro an Gagen für ATX-Manager. Das ist er zweithöchste Wert trotz Krise und das 57-Fache eines mittleren Einkommens", so Anderl.

Sie setzt sich vor allem für gerechte Entlohnung und faire Arbeitsbedingungen ein: "Das wirksamste Mittel gegen Armut ist ein Arbeitsplatz mit gerechter Entlohnung und fairen Arbeitsbedingungen, die nicht krank machen." Weiters wünscht sie sich mehr Personal beim AMS.

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