Die Jäger in Niederösterreich haben ihre Aufgaben im Vorjahr trotz der Eindämmungsmaßnahmen gegen das Corona-Virus erfüllt. Das belegen die vorläufigen Abschusszahlen. Beim Schwarzwild (Wildschweine) gab es eine deutliche Steigerung von 45 Prozent auf das Allzeithoch von 31.804 Stück. Für Reh- (82.312) und Rotwild (7.866) ergeben die Abschusszahlen eine leichte Steigerung von jeweils ca. 540 Stück im Vergleich zum Vorjahr, beim Gamswild (1.588) einen leichten Rückgang.
Beim Niederwild gab es 2021 deutlich geringere Besätze als im Vorjahr, da es durch das nasse und kalte Wetter im Frühjahr zu hohen Küken- und Junghasenverlusten kam. Weil es weniger Tiere gab, wurde auch dementsprechend weniger geschossen. Beim Fasan sank der Abschuss gegenüber 2020 um 11 Prozent auf 17.034 Stück. Beim Feldhasen gibt es ein Minus von 9 Prozent auf 35.749 Stück. Das Rebhuhn wird seit vielen Jahren nur sehr zurückhaltend bejagt. Hier stiegen die Entnahmen um 31 Stück auf 619.
Eine deutliche Steigerung gab es hingegen bei den Enten. Aufgrund der Kälte dürfte die Zahl der aus dem Norden nach Niederösterreich kommenden Wintervögel im Vergleich zu den Vorjahren höher gewesen sein, weshalb es hier zu einer Steigerung um 26 Prozent auf 8.323 Stück kam. Beim Fuchs steigen die Abschusszahlen seit mehreren Jahren konstant an. 2021 lagen diese bei 22.023 Stück, was einer Steigerung von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
„Aufgrund der Corona-Eindämmungsmaßnahmen gibt es insbesondere bei Gesellschaftsjagden Einschränkungen. Das erschwert die Organisation von Riegeljagden auf Wildschweine, die eine wesentliche Maßnahme zur Regulierung der Bestände sind. Umso bemerkenswerter ist es daher, dass die Jägerinnen und Jäger unter diesen schwierigen Bedingungen ihrer Verantwortung nachgekommen sind. Eine präventive Reduktion der Bestände ist nämlich angesichts der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den Nachbarländern Österreichs enorm wichtig. Das zeigt, dass die Jägerinnen und Jäger ihre Aufgabe als Partner der Landwirtschaft ernstnehmen. Die Bäuerinnen und Bauern wären nämlich von einer Ausbreitung der ASP besonders betroffen und hätten mit enormen Schäden zu kämpfen“, so Landesjägermeister Josef Pröll.
Auch die Erfüllung der Abschusspläne bei anderen Schalenwildarten sei wichtig, um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft möglichst zu minimieren. Gleichzeitig können Jäger damit die Menschen in den Regionen mit hochwertigem und gesundem Wildbret versorgen.