Das Milliarden-Geschäft mit den Rauchern: Allein im Jahr 2025 spülten Zigaretten der öffentlichen Hand in Österreich rund 2,2 Milliarden Euro an Tabaksteuer in die Kassen. Rechnet man die Umsatzsteuer hinzu, lagen die gesamten Staatseinnahmen bei rund 2,9 Milliarden Euro. Laut aktuellen Marktdaten von JTI Austria sind Raucher für zwei Prozent des Gesamtbudgets der Republik Österreich verantwortlich – "Heute" berichtete.
Doch wie viel Abgaben zahlen Raucher beim Kauf ihrer Zigaretten? Und wo steht Österreich im EU-Vergleich? "Heute" rechnete nach – mit erstaunlichem Ergebnis.
Wie hoch der staatliche Anteil genau ist, zeigt ein Blick auf den Zigarettenpreis. Beim Kauf von Zigaretten entfallen rund 76 Prozent auf Steuern, konkret auf Tabaksteuer und Mehrwertsteuer. Nur etwa 24 Prozent des Verkaufspreises verbleiben für Handel und Industrie. Diese 24 Prozent werden fast zur Hälfte zwischen Großhandel und Industrie sowie Trafikanten aufgeteilt.
"Heute" nahm beliebte Zigarettenmarken wie Chesterfield, Marlboro, Camel oder Benson & Hedges unter die Lupe. Das überraschende Ergebnis: Beim Kauf einer Schachtel Chesterfield Original (6,40 Euro) fallen insgesamt 3,76 Euro für Tabaksteuer und 1,07 Euro an Mehrwertsteuer an – das macht insgesamt 4,82 Euro. Der reine Preis ohne Steuern würde also 1,58 Euro betragen.
Ähnlich die Lage bei Tschick-Packerln wie Winston (Classic L 24), Camel Yellow oder Benson & Hedges (Black Big 23): Der reine Tschick-Preis bei den Winston-Zigaretten beträgt zirka 1,75 Euro, bei Camel rund 1,78 Euro und bei Benson & Hedges zirka 1,63 Euro.
Die Schachtel Marlboro kostet derzeit 7,00 Euro. Nach Abzug der Tabaksteuer (3,95 Euro) und der Mehrwertsteuer (1,17 Euro) bleiben so rund 1,88 Euro reiner Tschickpreis übrig. Bei der XXL-Packung Marlboro Gold 31s – diese kosten derzeit 10,00 Euro – beträgt der reine Zigarettenpreis rund 2,48 Euro.
Österreich liegt bei der Besteuerung von Zigaretten im EU-Vergleich mit Ländern wie Deutschland, Italien und Spanien im oberen Mittelfeld. Höher ist der Steueranteil nur noch in Ländern wie Frankreich, Irland, Finnland oder Belgien – diese Staaten haben einen Steueranteil zwischen 75 und 85 Prozent.
EU-Länder mit niedrigeren Steuerquoten zwischen 60 und 70 Prozent sind Polen, Ungarn, Kroatien oder Rumänien. Sicherlich auch ein Grund, wieso 13 Prozent der konsumierten Zigaretten in Österreich laut Packungsstudie 2025 nicht aus Österreich kommen. Das entspricht etwa 1,6 Milliarden Stück pro Jahr.
Durch Zigarettenschmuggel, allerdings auch durch legale Importe aus den Nachbarländern, entgehen dem Fiskus rund 378 Millionen Euro an Steuereinnahmen. Nemanja Pucarevic, seit 1. November 2025 neuer General Manager des Tabakriesen JTI in Österreich, macht für die Entwicklung die zusätzlichen Tabaksteuererhöhungen mitverantwortlich.