Wenn Elefanten miteinander kommunizieren, nutzen sie nicht nur ihre markanten Ohren. Ein Forscherteam hat nun im Detail untersucht, wie die Dickhäuter tiefe Töne und Erschütterungen über weite Distanzen wahrnehmen.
Die Vibrationen des Bodens werden über die Beine und das Skelett bis zum Schläfenbein im Schädel geleitet. Dort sitzen die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel, die die Erschütterungen aufnehmen.
Nach Angaben des Spiegels sind die Gehörknöchelchen bei Elefanten etwa neunmal schwerer als beim Menschen, ihre Trommelfelle rund siebenmal größer. Das trägt dazu bei, dass Elefanten besonders tiefe Töne gut wahrnehmen können.
Dank dieser Fähigkeiten können die hochsozialen Tiere über mehrere Kilometer miteinander kommunizieren. So halten sie in der Savanne Kontakt zu weit entfernten Familienmitgliedern und geben Informationen über die Umgebung und mögliche Gefahren weiter.
Die Forscher hatten im Labor Schläfenbeine von verstorbenen Elefanten untersucht und Vibrationen erzeugt. Dabei erfassten sie die dreidimensionale Bewegung der Gehörknöchelchen und verglichen sie mit menschlichen Proben.
Das Ergebnis: Die großen Ohren der Elefanten sind für das Hören über den Boden weniger wichtig als bisher angenommen. Vielmehr ist das ausgeklügelte System aus Knochen und Innenohr der Schlüssel zu ihren beeindruckenden Fähigkeiten.