Fledermaus in Öl auf Leinwand

Maler entdeckte Jagdverhalten bereits vor 400 Jahren

Ein Gemälde aus dem Jahr 1611 zeigt eine Fledermaus beim Vogelraub – Jahrhunderte vor dem wissenschaftlichen Nachweis dieses Verhaltens.
Heute Tierisch
30.06.2026, 10:32
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Auf dem Gemälde "Luft" aus dem Jahr 1611 hat der flämische Meister Brueghel über 60 verschiedene Vogelarten und drei Fledermausarten mit beeindruckender Genauigkeit dargestellt. Eine der Fledermäuse wurde vom Forschungsteam rund um Pedro Romero-Vidal von der Doñana Biological Station in Sevilla als Großer Abendsegler (Nyctalus lasiopterus) identifiziert. Besonders auffällig: Im Maul der fliegenden Fledermaus hält sie einen kleinen Vogel. Das Jagdverhalten des Großen Abendseglers wurde aber erst im Vorjahr im Fachjournal "Science" genauer dokumentiert.

Vogelfedern im Hauferl

Alles begann damit, dass Forscher Vogelfedern im Kot dieser Fledermausart fanden – und das ausgerechnet zu den Zeiten, wenn viele Vögel auf ihrem Zug unterwegs sind. Mit einer Mischung aus Kotanalyse, Bewegungsverfolgung und modernen molekularen Methoden konnte das Team nachweisen, dass diese Fledermäuse tatsächlich nachtaktive Zugvögel fressen.

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Einfach in der Luft gefressen

Für die Jagd nutzen die Tiere ihre Echoortung: Sie senden Ultraschalllaute aus, deren Echo von den Vögeln zurückgeworfen wird. So können die Fledermäuse nicht nur die Entfernung, sondern auch die Größe und Flugrichtung ihrer Beute bestimmen. Dadurch sind sie in der Lage, die Vögel in großer Höhe zu erwischen, ihnen im Flug die Flügel abzubeißen und sie zu fressen – ganz ohne am Boden zu landen.

Kunstwerke wie das Gemälde von Brueghel können laut der am Montag im Fachjournal "PNAS" veröffentlichten Studie als historische Quelle dienen. Auch wenn die Szene im Bild nicht zu hundert Prozent dem heute erforschten Jagdverhalten entspricht, zeigt sie doch, dass Brueghel offenbar schon vor mehr als 400 Jahren von diesem Verhalten wusste.

"Luft" von Jan Brueghel
©Jan Brueghel

Kunstwerke für Forschung wichtig

Im Gemälde ist Urania, die griechische Muse der Astronomie, umgeben von Engeln, Vögeln und Fledermäusen zu sehen. "Das Bild gibt damit einen spannenden Einblick, wie frühere Generationen die Natur beobachtet und verstanden haben", sagt Romero-Vidal. Die Studie hebt laut dem Forschungsteam außerdem hervor, wie wichtig die Digitalisierung von Kunstwerken ist – denn so lassen sich immer wieder neue Details entdecken, die früher leicht übersehen wurden.

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