Naturbegeisterte können auf ornitho.at ab sofort nicht mehr nur Vogelbeobachtungen melden, sondern auch Sichtungen von Heuschrecken und Fangschrecken erfassen. Möglich macht dies eine neue Kooperation zwischen der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich und der Arbeitsgemeinschaft Heuschrecken Österreichs (ARGE Heuschrecken). Die gemeldeten Daten fließen in Forschungs- und Naturschutzprojekte ein und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Dokumentation und zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt.
Die Plattform "ornitho.at" die seit ihrer Gründung im Mai 2013 bereits 15,8 Millionen Meldungen von über 1.000 jährlichen Nutzer verzeichnet, setzt damit einen weiteren Meilenstein für die Bürgerwissenschaft (Citizen Science) in Österreich.
Heuschrecken zählen zu unseren wichtigen Bioindikatoren und lassen recht leicht den guten oder schlechten Zustand unserer Lebensräume erkennen. Zusätzlich spielen sie auch eine zentrale Rolle im Ökosystem und lassen sich auch durch akustische Signale - genau wie Vögel - feststellen.
„Im Sommer sind viele Singvögel weniger aktiv, das ist gleichzeitig die beste Zeit, um Heuschrecken und Fangschrecken zu beobachten“Thomas Zuna-KratkyARGE Heuschrecken Österreich
Zuna-Kratky ergänzt: "Die Zusammenarbeit mit ornitho.at ist ein großer Gewinn für den Artenschutz. Mit den gesammelten Daten können wir unser Wissen verbessern und gezielte Schutzmaßnahmen für gefährdete Heuschrecken entwickeln."
In Österreich sind derzeit 139 Heuschreckenarten nachgewiesen. Dazu kommt mit der Gottesanbeterin eine heimische Fangschreckenart. Die Tiere besiedeln unterschiedlichste Lebensräume – von Trockenrasen und Feuchtwiesen bis in alpine Regionen.
Auch für BirdLife ist die Kooperation rundum positiv: "Wir freuen uns sehr, dass wir nun mit den anerkannten Spezialisten der ARGE Heuschrecken kooperieren. Es ist uns wichtig, dass das Sammeln von Daten kein Selbstzweck ist, sondern dass damit auch etwas im Naturschutz bewirkt wird. Das ist durch diese Kooperation sichergestellt", so Norbert Teufelbauer von BirdLife.
Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: "Darüber hinaus sind Heuschrecken für viele Vogelarten eine wichtige Nahrungsquelle. So gesehen kann man sagen, dass wir mit der Unterstützung des Schutzes von Heu- und Fangschrecken eigentlich Vogelschutz betreiben."