Experten sind schon seit Jahren ziemlich um das Ökosystem auf Ibiza besorgt, denn die eingeschleppte Hufeisennatter weiß natürlich nicht, dass sie die Population der örtlichen Mauereidechse massiv eindämmt. Mittlerweile wird die "Leibspeise" auch immer seltener, weshalb die vife Schlange jetzt über den Seeweg zu den benachbarten Inseln gelangen möchte.
Seit den 2000er Jahren hat sich die Hufeisennatter auf Ibiza hervorragend eingelebt, nachdem sie völlig unverschuldet durch den Import von Olivenbäumen dort gelandet ist. Jahrelang hatte man sie auch gar nicht auf dem Schirm, doch seit ungefähr 2010 breitet sie sich massiv aus und eroberte bereits 90 Prozent der Gesamtfläche von Ibiza. Kein Wunder, denn die Trauminsel bietet ein angenehmes Klima, genug zu fressen und keine natürlichen Feinde.
Ausgerechnet jedoch das inoffizielle Wappentier, die "Pityusen-Eidechse" schmeckt der Natter ganz besonders, was dazu führt, dass die Population dieses kleinen, farbenprächtigen Reptils komplett einbricht. Selbst ihre "Flucht" auf abgelegene Felseninseln schützt die Eidechse nicht, denn die Hufeisennatter schwimmt einfach rüber.
Doch nicht nur um die Echse per se ist es schade, sondern das gesamte Ökosystem droht zu kippen, wenn die Eidechse plötzlich verschwindet. Sie frisst nämlich Insekten und verbreitet wichtige Pflanzensamen, weshalb vor allem Landwirte auf nachhaltige Lösungen zur Schlangenabwehr hoffen.
Obwohl man mit umfangreichen Fangsystemen der Hufeisennatter Einhalt gebieten wollte, sehen Experten schwarz für die Möglichkeit, die Schlange gänzlich wieder loszuwerden. Man möchte eher "schlangenfreie" Rückzugsorte und gezielte Zuchtprogramme für die gebeutelten Eidechsen schaffen.