Alarm bei den US-Viehzüchtern: Ein fleischfressender Parasit ist erstmals seit fast 60 Jahren wieder in den USA aufgetaucht. In der texanischen Stadt La Pryor wurde bei einem Kalb die gefürchtete Neuwelt-Schraubenwurmfliege nachgewiesen, wie das US-Agrarministerium am Mittwoch bestätigte.
Die metallisch grün oder blau schimmernde Fliege legt ihre Eier in offene Wunden von Warmblütern. Die schlüpfenden Larven fressen sich dann durch das Gewebe der lebenden Tiere – in seltenen Fällen werden auch Menschen befallen.
Wie spiegel.de berichtet, verhängte die Behörde eine Sperrzone von 20 Kilometern um den Fundort, um eine Ausbreitung zu verhindern. Betroffene Tiere können zwar geheilt werden, die Behandlung ist jedoch zeitaufwendig und teuer, da Hunderte Larven entfernt werden müssen.
Der Parasit breitet sich seit 2025 von Mittelamerika über Mexiko nach Norden aus. In Mexiko wurden seit November 2024 mehr als 27.000 Fälle registriert. Die US-Regierung hält die Grenze für Viehimporte deshalb seit über einem Jahr geschlossen.
Das wirksamste Mittel gegen den Parasiten sei, sterile Fliegen auszusetzen, erklärte US-Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins. Bei dieser Methode werden massenhaft unfruchtbar gemachte Männchen freigesetzt – paaren sich Weibchen mit ihnen, bleiben ihre Eier unbefruchtet und der Bestand bricht zusammen.
Der Ausbruch bedroht die US-Rinderbestände, die sich ohnehin auf dem niedrigsten Stand seit 75 Jahren befinden. Experten befürchten allein für die texanische Viehwirtschaft wirtschaftliche Schäden von bis zu 1,8 Milliarden Dollar. An den Finanzmärkten sanken bereits die Aktienkurse großer Fleischverarbeiter.