Tierische Pflicht

Bundesweiter Sachkundenachweis für Hundehalter kommt

Ab Juli gilt in Österreich ein bundesweiter Sachkundenachweis für Hundehalter. Kritik gibt es an den Standards für Trainer und an der Umsetzung.
Heute Tierisch
07.06.2026, 08:43
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Bisher hat jedes Bundesland in Österreich seine eigenen Regeln für die Hundehaltung gehabt. Das ändert sich jetzt: Ab 1. Juli gilt die neue Tierschutznovelle vom Gesundheitsministerium. Dann musst du, egal in welchem Bundesland du wohnst, einen verpflichtenden Sachkundenachweis machen, bevor du dir einen Hund holst. Dafür ist ein vierstündiger Theoriekurs vorgesehen, den du schon vor der Anschaffung besuchst und zusätzlich kommen noch zwei Praxisstunden dazu, die du im ersten Jahr mit deinem Hund absolvieren musst.

Bitte nicht "Hinz und Kunz"

Das neue Modell orientiert sich an den bisherigen Qualitätsanforderungen, die in Wien für die Leiter der Hundekurse gelten. Schon Anfang März haben viele Tierschutzorganisationen Kritik geübt. Sie fordern, dass das Wiener Gütesiegel für Hundetrainer in ganz Österreich Standard wird. "Es darf nicht sein, dass künftig Hinz und Kunz angehende Halter ausbilden", sagt etwa der Verein "Vier Pfoten".

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Im Staatssekretariat von Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) verweist man auf "teils verhärtete Positionen" der Bundesländer. Der Entwurf sei "ein tragfähiger Kompromiss". Zum ersten Mal gibt es damit bundesweite Mindeststandards, aber die Bundesländer können trotzdem strengere Regeln festlegen.

Bei der zuständigen MA60 wartet man noch auf die endgültige Verordnung. Erst wenn diese da ist, weiß man, ob die strengeren Regeln für Wiener Kursleiter bleiben dürfen. Für die Hundetrainer stellt sich auch die Frage, ob sie ihre Theoriestunden wie bisher abhalten können. Es könnte sein, dass der Bund einen einheitlichen Lehrplan vorgibt.

Auch viele, die sich bald einen Hund holen wollen, sind verunsichert – vor allem, was die Praxiseinheiten betrifft. Die MA60 sagt, dass bis zum 1. Juli alles wie gehabt bleibt. Danach, wenn die neuen Vorgaben der Bundesregierung feststehen, will man die Umstellung für die Hundebesitzer möglichst einfach machen. Laut Staatssekretariat wird es außerdem Übergangsfristen geben.

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