Seit sie neun Monate alt ist, lebt die heute elfjährige Hündin "Shiva" bei ihrem Besitzer, einem Wiener. Doch die Kosten für eine OP, die nun anstand und ihr das Leben rettete, waren dem Wiener zu hoch: "Sie lebt ja wahrscheinlich eh nur mehr zwei, drei Jahre", soll er zu Tierärztin Nina Brabetz (51) gemeint haben.
Seit rund drei Jahren ist "Shiva" bei der Ottakringer Tierärztin in Behandlung: "Sie ist immer brav geimpft worden. Es war klar, dass die Milz beobachtet werden muss, und ich habe dem Besitzer auch gesagt, dass sie kastriert gehört", berichtet Brabetz im Gespräch mit "Heute".
Am 24. April kam der Mann ohne "Shiva" in die Tierarztpraxis: "Er meinte, dass sie seit fünf Tagen nichts mehr gefressen hätte, in einem sehr schlechten Zustand sei und sie unbedingt eingeschläfert werden müsse", berichtet Brabetz.
Die Tierärztin wollte sich vom Zustand der Schäfermischlings-Hündin selbst ein Bild machen und forderte den Besitzer auf, "Shiva" herzubringen: "Zur Begrüßung wedelte sie mich mit dem Schwanz an. Nach einer Blutuntersuchung war klar: So schlimm ist ihr Zustand nicht, sie muss aber operiert werden. Daraufhin hat er nur gemeint, dass das so viel kostet und wenn ich den Hund nicht einschläfere, dann bindet er ihn bei einer Polizeiinspektion an."
Als Brabetz daraufhin meinte, dass die Polizei auch ganz schnell in ihre Ordi kommen könne, übergab der Wiener "Shiva" an die Tierärztin: "Wir haben sie dann noch in der gleichen Nacht auf unsere Kosten operiert und ihr Milz und Gebärmutter entfernt. Sie hat die OP gut überstanden. Ihr Besitzer hat eine Verzichtserklärung unterschrieben und drei Tage später den Impfpass vorbeigebracht."
Nach einer überstandenen Entzündung geht es "Shiva" nun wieder gut und sie ist grundsätzlich fit – aber: "Sie ist unbeschreiblich fett – sozusagen eine Kugel auf Stelzen. Sie wiegt 26 Kilo und muss auf jeden Fall zehn Kilo abnehmen", meint Brabetz.
Die elfjährige Hündin mit dem sanften, lieben Wesen sucht nun ein neues Zuhause: "Ich würde mir einen rüstigen Pensionisten wünschen, der Zeit für sie hat. Sie kann zwar drei, vier Stunden alleine zu Hause bleiben, aber nicht den ganzen Tag. Und natürlich müssen auch die finanziellen Mittel da sein, denn 'Shiva' ist nun mal ein alter Hund, Tierliebe allein reicht nicht", erklärt die Veterinärmedizinerin.
"Shiva" liebt Menschen und akzeptiert auch Katzen und Kleintiere – ein Garten wäre für den entzückenden Vierbeiner die Kirsche auf der Torte: "Ich will für sie den perfekten Platz finden. Wenn sich da nichts ergibt, dann bleibt sie bei uns. Wir haben zwar schon zwei Hunde, Katzen, Schildkröten und Meerschweinchen – aber wir nehmen 'Shiva' gerne auf."
Wer sich für "Shiva" interessiert, kann sich an die Tierarztpraxis Rankgasse 16, 1160 Wien, wenden. Telefon: 01 / 493 54 83, E-Mail: [email protected]