Mit den steigenden Temperaturen beginnt die Zeckensaison - und mit ihr eine Gefahr, die viele nicht auf dem Schirm haben. Neben dem bekannten Gemeinen Holzbock macht sich eine neue Zeckenart breit: die Wiesenzecke, auch Auwaldzecke genannt.
Anders als ihr Name vermuten lässt, hält sie sich nicht im Auwald auf, sondern bevorzugt offene, sonnige Landschaften wie Wiesen und trockenes Brachland. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Dermacentor reticulatus.
Wie chip.de berichtet, breitet sich diese Zeckenart durch veränderte Klimabedingungen immer weiter in nördliche Regionen aus. Ursprünglich kam sie vor allem in Südosteuropa vor.
Während die Wiesenzecke für Menschen weniger gefährlich ist als der Holzbock, stellt sie für Haustiere eine ernste Bedrohung dar. Bei Hunden kann sie die sogenannte Babesiose übertragen - eine Infektion, bei der rote Blutkörperchen zerstört werden.
Auch Pferde können betroffen sein: Die Pferdepiroplasmose löst hohes Fieber aus und kann unbehandelt tödlich enden. Experten gehen davon aus, dass auch das Reisen mit Hunden zur Ausbreitung der Zeckenart beiträgt.
Die FSME-Viren werden bereits beim Stich übertragen - eine schnelle Reaktion ist daher wichtig. Borreliose-Erreger werden hingegen erst nach einigen Stunden übertragen, weshalb ein rasches Entfernen der Zecke hilft.
Experten empfehlen, bei Ausflügen in die Natur lange Kleidung zu tragen. Helle Farben machen es leichter, die oft nur wenige Millimeter großen Zecken zu entdecken. Nach einem Ausflug sollten Arme, Kniekehlen, Hals und Kopf gründlich abgesucht werden.
Wegen der höheren Temperaturen sind Zecken mittlerweile ganzjährig aktiv - nicht mehr nur saisonal wie früher.